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Bedürfnisse älterer Personen in der Gesundheitsversorgung


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Hintergrund:

Infolge des medizinischen Fortschritts und der steigenden Lebenserwartung steht das österreichische Gesundheitswesen vor veränderten Herausforderungen. Durch einen stetig wachsenden Anteil an älteren Personen an der Gesamtbevölkerung und einer steigenden Anzahl an multimorbiden PatientInnen ergeben sich neue Bedarfe.


Ziel:

Ziel dieser qualitativen Studie ist es, einen Überblick über die Erwartungen, Wünsche, Bedürfnisse bzw. gewünschten Rahmenbedingungen älterer Personen in der Gesundheitsversorgung zu geben. Insbesondere geht es dabei um die Fragen, wie die derzeitige Versorgung im Gesundheitssystem erlebt wird und welche Versorgungsangebote in Anspruch genommen werden.


Methode:

Für die vorliegende qualitative Studie wurden 24 SeniorInnen im Alter zwischen 67 und 91 Jahren, wohnhaft entweder in Wien oder im Waldviertel, mittels eines semi-strukturierten Interviewleitfadens befragt. Die Stichprobenziehung erfolgte mittels randomisiertem Verfahren durch die jeweiligen Sozialversicherungsträger (WGKK, NÖGKK und SVB). Für die Befragten machen verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen häufige Arztbesuche notwendig, wobei alle SeniorInnen mindestens 12 Arztkontakte im Jahr hatten.


Ergebnisse:

Die Ergebnisse der Studie werden in 12 relevanten Themen und entsprechenden Praxisimplikationen zusammengefasst. Dabei werden unter anderem die Beziehungen zu ÄrztInnen, finanzielle Hürden (hohe Selbstbehalte, Refundierungen etc.) und Mobilitätsfragen (Zugang zur medizinischen Versorgung), Themen der Pflege sowie der Informationsbedarf der SeniorInnen behandelt. Medikamente selbst haben in den Interviews eine untergeordnete Rolle gespielt. Thematisiert wurden dagegen das Ausstellen von Rezepten, das Lesen von Beipackzetteln sowie lange Wartezeiten auf Termine und in der Ordination; diese Themen finden ebenfalls Eingang in die Praxisimplikationen.