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Die Fakten zur Gesundheitskompetenz


23. Februar 2016


Schweiz, Deutschland und Österreich schaffen gemeinsam eine breite Faktenbasis zum Thema Gesundheitskompetenz

 

Die Publikation „Gesundheitskompetenz - Die Fakten“ bündelt das aktuelle Wissen zum Thema Gesundheitskompetenz. Unter dem Titel Solid facts ist der Bericht 2013 erstmal von der Weltgesundheitsorganisation in englischer Sprache erschienen.

 

Eine deutschsprachige Version fehlte bis dato. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger hat zusammen mit dem Kompetenzzentrum Patientenbildung der Schweizer Careum Stiftung und dem Deutschen Bundesverband der AOK diese Lücke geschlossen. Mit der vorliegenden Publikation sind die Fakten nun auch in deutscher Sprache verfügbar. Überdies wurde der Bericht durch Erkenntnisse aus Deutschland, Schweiz und Österreich erweitert.

 

Wie es mit der Gesundheitskompetenz der Menschen bestellt ist und welche Rolle sie für die Gesundheit spielt wurde erstmals 2012 in der europäischen Befragung zur Gesundheitskompetenz (HLS-EU Studie) aufgezeigt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass es auch in Österreich großen Handlungsbedarf gibt. Gesundheitskompetenz wurde zu einem expliziten Ziel in den Rahmen-Gesundheitszielen und ist Teil der Gesundheitsreform. „Die nun vorliegende Publikation ist eine wichtige Grundlage für weitere gemeinsame Maßnahmen“, betont Dr. Josef Probst, Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Probst: „Seitens der Sozialversicherung verfolgen wir eine Strategie auf zwei Ebenen. Wir versuchen mit gezielten Angeboten die Kompetenz der Versicherten zu fördern“. Beispiele hierfür sind die Broschüre „Kompetent als Patientin und Patient“, Gesundheitscoaching für Versicherte oder das Projekt „Richtig Essen von Anfang an!“ zur Stärkung einer gesunden Ernährung von Schwangeren und Eltern.

 

Der zweite Ansatzpunkt ist, Informationen und Prozesse so zu gestalten, dass Sie von den Betroffenen leichter verstanden werden. Ein gesundheitskompetentes Gesundheitssystem setzt bei der Idee an, dass man Systeme und Organisationen so gestalten kann, dass sie leichter verstanden werden. Hier werden derzeit die Instrumente getestet, damit Informationen und Prozesse in Hinblick auf Verstehbarkeit geprüft und verbessert werden. Einfache und anschauliche Informationen, Leitsysteme und einfache Orientierungssysteme sind hier konkrete Beispiele.

 

Zur Stärkung der Gesundheitskompetenz braucht es die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Akteure. Mit der 2014 ins Leben gerufenen Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz gibt es eine nationale Koordinationsstruktur, die die Aktivität der Akteure zusammenführt. Die grenzüberschreitende Kooperation, die mit den Fakten zur Gesundheitskompetenz begonnen wurde, wird weitergeführt. „Gemeinsam mit der AOK und Careum Schweiz werden wir im Zuge eines Dreiländer-Dialogs am 13. April 2016 in Wien den nächsten Schritt setzen, um die Gesundheitskompetenz zu stärken“, so Dr. Probst abschließend.

 

Die Publikation „Fakten zur Gesundheitskompetenz“ sowie weitere Informationen zu Initiativen der Gesundheitskompetenz sind unter www.hauptverband.at/gesundheitskompetenz zu finden.

 

Partner

AOK Bundesverband (Deutschland): Dr. Kai Behrens - kai.behrens@bv.aok.de 

Careum Stiftung (Schweiz): Dr. Carola Fischer - carola.fischer@careum.ch

Hauptverband der Sozialversicherungsträger (Österreich): Dieter Holzweber - dieter.holzweber@hvb.sozvers.at