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Erkenntnisse der modernen Lebensstil-Medizin - Die Neugestaltung der Jugendlichenuntersuchung


Mag. Sascha Müller Der Autor:

Mag. Sascha Müller


ist Mitarbeiter im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention des Hauptverbandes der österreichischischen Sozialversicherungsträger und leitet das Neugestaltungsprojekt der Jungendlichenuntersuchung.




KURZFASSUNG


Im neuen Programm der Jugendlichenuntersuchung ist vieles anders geworden. Mehr als bisher fließen die Erkenntnisse der modernen Lebensstil-Medizin in die Jugendlichenuntersuchung ein. So geht es nicht nur um die Früherkennung von Krankheiten, sondern auch um Aufklärung und Unterstützung bei der gesundheitsfördernden Veränderung des Lebensstils bei den Kernthemen Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und riskantem Sexualverhalten. Das sehr umfangreiche, von den Jugendlichen auszufüllende Anamneseblatt des alten Untersuchungsprogramms, das teilweise medizinische Begriffe beinhaltet hat, die für medizinische Laien schwer verständlich waren, wurde ziemlich reduziert. Um der Lebensrealität der Jugendlichen Rechnung zu tragen, wurde mit der Webseite www.feelok.at eine Plattform geschaffen, auf der vielfältige gesundheitsrelevante Themenbereiche in jugendgerechter Sprache aufbereitet sind. Die Beraterrolle der Ärzte wird deutlich verstärkt. Der Arzt bzw. die Ärztin kann besser auf die individuelle Lebenssituation der Menschen eingehen und weitere zielführende Maßnahmen im Rahmen einer motivierenden Gesprächsführung gemeinsam mit den Jugendlichen ansprechen. Zusätzlich wurde die umfangreiche Dokumentation für die durchführenden Ärzte auf wesentliche Bereiche reduziert und die Möglichkeit einer elektronischen Dokumentation geschaffen. Das neue Untersuchungsprogramm basiert auf internationalen Leitlinienempfehlungen unter der Prüfung der lokalen Anwendbarkeit. Es wurden nur jene Untersuchungen und Verfahren aufgenommen, die den Jugendlichen einen echten Gesundheitsnutzen bringen.

Die Jugendlichenuntersuchung schließt die Lücke zwischen der Schuluntersuchung und der Vorsorgeuntersuchung für jene Jugendliche, die die Pflichtschule abgeschlossen haben und einer Berufstätigkeit nachgehen. Für das alte Untersuchungsprogramm fehlten evidenzbasierte Leitlinien, die Sinnhaftigkeit der Untersuchungen und die positiven sowie negativen Konsequenzen von Folgeuntersuchen waren daher unklar. Es war teilweise unklar, auf welches Krankheitsbild gewisse Untersuchungsparameter abzielen. Aus diesem Grund wurde die Neugestaltung der Jugendlichenuntersuchung in Auftrag gegeben. Hierfür wurde ein Drei-Stufen-Konzept entwickelt, das in dem Beitrag ausführlich dargelegt wird.