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Umfrageergebnisse: Bevölkerungsstudie - Gesundheit 2015


Im Auftrag des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger erstellte das Sozial- und Organisationsforschungsinstitut GfK auch im Sommer 2015 wieder die  „Bevölkerungsstudie – Gesundheit“. Im Mittelpunkt der Untersuchung in Form einer repräsentativen Umfrage mit insgesamt 2000 Befragten ab 15 Jahren standen die Erhebung der Zufriedenheit mit dem Leistungsangebot der sozialen Krankenversicherung und deren Entwicklung seit dem Jahr 2013, die Feststellung der Wünsche der Bevölkerung an die in Umsetzung befindliche Gesundheitsreform und das Abtesten der Einstellung zu konkreten Reformvorhaben etwa zu den geplanten neuen Modellen zur Primärversorgung.


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Bevölkerung zufrieden mit den Leistungen der sozialen Krankenversicherung

Eine klare Mehrheit der Bevölkerung von 80 Prozent teilt nicht die immer wieder in öffentlichen Diskussionen geäußerte Kritik an den Leistungen der sozialen Krankenversicherung. Bei der Befragung 2015 äußerten sich 24 Prozent der Bevölkerung sehr zufrieden mit den Leistungen sowohl beim Besuch des praktischen Arztes als auch des Facharztes. Weitere 56 Prozent waren eher zufrieden, eher unzufrieden waren 15 Prozent und nur 5 Prozent sehr unzufrieden. Fast idente Werte wurden bereits in beiden Vorjahren erhoben. Etwas über dem Durchschnitt der Bevölkerung „zufrieden“ sind Patienten und Patientinnen, die älter als 70 Jahre sind (88 Prozent), unter dem Durchschnitt liegt die Gruppe der „derzeit berufstätigen“ (75 Prozent). Auch nach Bundesländern betrachtet konnten keine wesentlichen Abweichungen in der Zufriedenheit mit den Leistungen der sozialen Krankenversicherung festgestellt werden.


Umfrage_Zufriedenheit

 



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Haus-/Vertrauensarzt steht hoch im Kurs, aber trotzdem klare Wünsche der Bevölkerung

Fast jeder Befragte hat einen Haus- oder Vertrauensarzt. Heuer bejahten dies – wie schon in den Jahren davor  - mehr als 90 Prozent. 2015: 93 Prozent Ja, 7 Prozent Nein.

Diese Beliebtheit des Haus-/Vertrauensarztes verhindert aber nicht, dass die Bevölkerung seit Jahren – wenn auch in unterschiedlicher Intensität – Leistungswünsche äußert, die offensichtlich nicht oder nur unzulänglich erfüllt werden: Bereits 33 Prozent – Vorjahr 24 Prozent – wünschen sich längere Öffnungszeiten. Mehr Zeit für medizinische Gespräche fordern 31 Prozent, wobei dieser Wunsch in den Vorjahren intensiver geäußert wurde. Schwächer ist auch der Wünsch der Befragten nach einer Gesamtbetreuung: 23 Prozent, gegenüber 30 bzw. 36 Prozent in den beiden Vorjahren.

Immer noch als mangelhaft empfindet ein knappes Drittel die Terminkoordination – in den Vorjahren waren es 22 Prozent. Intensiver geworden ist auch der Wunsch nach einer wesentlich besseren Zusammenarbeit bzw. dem Zusammenwirken mit anderen Gesundheitsberufen: Er stieg von 19 Prozent im Vorjahr auf heuer 26 Prozent.


Umfrage_Hausarzt


  Umfrage_Wünsche an Hausarzt


Umfrage_Wünsche an Hausarzt


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Wenn zum Arzt, dann zum Kassenarzt 

Sowohl im Bereich der Allgemeinmedizin als auch im Facharztbereich dominiert der Kassenarzt. Konkret: Wenn die Österreicherinnen und Österreicher einen Allgemeinmediziner oder einen Facharzt aufsuchen, dann hat dieser zu einem überwiegenden Anteil einen Kassenvertrag.

90 Prozent der Befragten gaben an, innerhalb der letzten 12 Monate einen Allgemeinmediziner aufgesucht zu haben. 96 Prozent der Besuche waren bei einem Kassenarzt, 19 Prozent in der Spitalsambulanz, 15 Prozent bei einem Wahlarzt und 5 Prozent bei einem Privatarzt (Mehrfachnennungen möglich)

77 Prozent suchten einen Facharzt auf. Auch hier dominierten die Besuche beim Kassenarzt, allerdings nicht mehr so deutlich: 82 Prozent Kassenarzt, 37 Prozent Wahlarzt, 22 Prozent Spitalsambulanz, 9 Prozent Privatarzt.


Umfrage_Arztbesuche




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Ja zur Primärversorgung neu – Ja zur medizinischen Erstauskunft via Telefon oder Internet

Im Rahmen der Studie erhob GfK auch die Haltung der Bevölkerung zu den Refomvorhaben „neue Primärversorgung“ und „telefefon-/webbasierte Erstauskunft“. Beide Projekte erfreuen sich einer hohen Akzeptanz: 93 Prozent sind sehr bzw. eher für diese Art der vernetzten Versorgung in der ein Team von mehreren Ärzten, Ordinationsassistenz und andere Gesundheitsberufe zusammenarbeiten.

Eine starke Mehrheit von 81 Prozent begrüßt auch die Einführung einer telefonischen und webbasierten medizinischen Erstauskunft, die insbesondere jene Zeit von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens überbrücken soll, wo Ordinationen geschlossen sind. Die hohe Zustimmung zu diesem neuen Service ist auch vor dem Hintergrund des Vormarsches des Internets als medizinische Auskunftsquelle zu sehen. Bereits 52 Prozent der Befragten – im Vorjahr 48 Prozent – nützen das Internet, wenn sie gesundheitliche Probleme oder Beschwerden haben. Zum Vergleich: sofort zum Arzt geht nur ein Viertel der Befragten.


Umfrage_Akzeptanz Primärversorgung


  Umfrage_Akzeptanz Primärversorgung


Umfrage_Informationseinholung