DRUCKEN

Gutachten zur Gestaltung nicht-monetärer Anreize für Ärztinnen und Ärzte



linkDownload (396.8 KB)


Executive Summary

 

Die Gesundheitsreformen in fast allen industrialisierten Ländern zielen darauf ab, die Motivation von ärztlichen Professionals mittels monetärer Anreize, wie z.B. Pay-for-Performance, zu beeinflussen. Geld stellt jedoch nur einen funktionierenden Anreiz dar, wenn die Quantität die Leistung bestimmt. Wenn allerdings eine Verbesserung der Qualität angestrebt wird, versagt das Pekuniäre. Des Weiteren kann die extrinsische monetäre Anreizsetzung negative Effekte, wie z.B. eine Störung der kollegialen Zusammenarbeit, ein Ausnutzen der definierten Maßgrößen („gaming-the-system“), und eine Verdrängung („crowding-out“) der intrinsischen Motivation bewirken.


Um diesen Nebenwirkungen entgegen zu wirken, ist es von entscheidender Bedeutung, die intrinsische, ärztliche Motivation aktiv zu stärken. Diese wird gestützt und ist definiert durch Freude- und Verpflichtungsbasierte soziale Normen1, die aus der ärztlichen Professionskultur abgeleitet und durch nicht-monetäre Anreize

beeinflusst werden können.


Da eine Veränderung des Anreizsystems normalerweise mit strukturellen

Zielsetzungen (wie integrierter Versorgung) oder der Zielsetzung eines

verbesserten (und umfassenderen) Managements einer bestimmten

(chronischen) Krankheit einher geht, werden im Rahmen dieses Gutachtens verschiedene Portfolios von Anreizen im Rahmen neuzeitlicher Motivationstheorien evaluiert und diskutiert. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass jüngere Strategien sich eher nicht auf selektive, monetäre Anreize fokussieren, sondern die Leistungserbringer nach Gehalt oder Pauschalen als Basis vergüten. Der Fokus liegt heute auf einem differenzierteren Design nicht-monetärer Anreize, das Elemente wie Qualitätsverbesserungsmaßnahmen, die Schaffung einer Lernkultur, verbesserte Unterstützung der Service-Koordination, eine erweiterte informationstechnologische Ausstattung, und die Schaffung

einer starken Marke auf Basis von professionellem Prestige und Transparenz umfasst. Diese Faktoren beeinflussen die Professionskultur und können das Management der intrinsischen Motivation ärztlicher Professionals besser steuern, ohne die Nebenwirkungen monetärer Anreize nach sich zu ziehen.