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Behandlungsintensität und Behandlungsbedarf


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Ziel der Arbeit

Im Rahmen dieses Projektes soll geklärt werden, wie die Begriffe Behandlungsintensität und Behandlungsbedarf definiert werden können und inwieweit Indikatoren zur Messung der Behandlungsintensität und des Behandlungsbedarfs für Österreich zur Verfügung stehen. Eine weitere Fragestellung beschäftigt sich mit den Merkmalen von Personen mit hoher Behandlungsintensität sowie Personen mit hohem Behandlungsbedarf.

Methode

Zur Bearbeitung der definierten Fragestellungen erfolgte eine Literaturrecherche, durchgeführt vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie von April bis August 2013. In der Datenbank Pubmed wurde nach wissenschaftlichen Artikeln gesucht. Für diese Arbeit wurde auch eine Handsuche in Journalen und Büchern durchgeführt, ferner wurden Onlinepublikationen herangezogen. Weiters wurde für Österreich nach grauer Literatur in ausgewählten Institutionen gescreent. Zur Auswahl geeigneter Artikel wurden im Vorhinein Ein- und Ausschlusskriterien festgelegt.

Ergebnisse

Im Hinblick auf die Messung von Behandlungsintensität werden in der Literatur unterschiedliche Indikatoren angeführt, um behandlungsintensive Bevölkerungsgruppen (= HochnutzerInnen) identifizieren zu können. Zu den meist verwendeten Messindikatoren zählen Aufnahmen von PatientInnen in Krankenhäuser sowie Kontakte mit ambulanten Einrichtungen und niedergelassenen ÄrztInnen. Die meisten Studien widmen sich in einem quantitativen Forschungsansatz der Beschreibung und Analyse von HochnutzerInnen. Im Gegensatz dazu erfolgt die Beurteilung von Populationen mit hohem Behandlungsbedarf meist durch Primärdatenerhebungen mittels Befragungen von Betroffenen. Die Literaturrecherche ergab ferner, dass ältere Frauen und Männer, Personen mit niedrigem Sozialstatus, Menschen mit psychosozialen Problemen und MigrantInnen Risikogruppen für behandlungsintensive beziehungsweise behandlungsbedürftige Populationen darstellen.

Diskussion und Schlussfolgerung

Die Ergebnisse zeigen, dass es für Österreich noch relativ wenige Anhaltspunkte gibt, welche Bevölkerungsgruppen tatsächlich von hoher Behandlungsintensität oder hohem Behandlungsbedarf betroffen sind. Zu deren Identifizierung stehen in Österreich Leistungsdaten der Sozialversicherungen nach entsprechender Aufbereitung zeitnah und kostengünstig zur Verfügung. Diese eigenen sich jedoch eher für die Darstellung der Behandlungsintensität als für den Behandlungsbedarf. Diese abzubilden ist äußerst schwierig, weil in den Routinedaten oft relevante Variablen in ausreichender Qualität fehlen. Die vorliegende Arbeit gibt einen ersten Überblick zum Themenbereich behandlungs- und bedarfsintensive Populationen. Es werden Indikatoren vorgeschlagen, mit denen Behandlungsintensität und Behandlungsbedarf von Populationen gemessen werden können.