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Genexpressionstest Oncotype DX bei Brustkrebs


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Kurzfassung:

Zur Bewertung des Nutzens des Oncotype DX Tests bei Brustkrebs wurde eine systematische Literatursuche nach Evidenzsynthesen und systematisch erstellten Leitlinien durchgeführt.

 

Genexpressionsprofile zielen darauf ab, prognostische Information über die herkömmliche klinisch-pathologische Risikostratifizierung hinaus zu liefern. Oncotype DX™ analysiert die Expression von 16 im Zusammenhang mit der Tumorgenese stehender Gene sowie von 5 Referenzgenen, das Genprodukt wird quantitativ ausgewertet und in einen Zahlenwert zwischen 0 und 100 umgerechnet, dem sogenannten Recurrence Score® und es werden Risikokategorien (niedrig, intermediär und hoch) angegeben.

 

Hinsichtlich der klinischen Validität besteht eine signifikante Korrelation zwischen dem Recurrence Score und dem Risiko von Fernmetastasierung bzw. dem Überleben bei Patientinnen mit einem östrogenpositiven, lymphknotennegativen Brustkrebs. Frauen in der Hochrisikokategorie haben ein 2,5-mal höheres Risiko einer Metastasierung nach 10 Jahren als Frauen mit einem niedrigen Risiko.

Eine retrospektive Analyse eines Arms einer prospektiven Studie zeigte einen Benefit durch Chemotherapie bei Patientinnen mit östrogenrezeptorpositivem, HER2- negativem und lymphknotennegativem Brustkrebs in der Hochrisikogruppe. Der Nutzen einer Chemotherapie in der intermediären Risikokategorie ist unklar. Drei Viertel aller Oncotype DX Resultate befinden sich in der intermediären oder niedrigen Risikokategorie mit weiten und überlappenden Konfidenzintervallen. Es gibt keine direkte Evidenz aus randomisierten klinischen Studien, die den klinischen Nutzen von Oncotype DX belegt. Insgesamt ist die Evidenz unzureichend, das Verhältnis von Nutzen und Risiko durch die Anwendung des Genexpressionstests Oncotype DX abzuschätzen.