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Performancemessung im österreichischen Gesundheitswesen - Zusammenfassung



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Abstract

Ziel

Das Ziel des vorliegenden Berichts ist die Zusammenführung der beiden zuvor separat publizierten SV-Grundlagenberichte zur Performancemessung im österreichischen Gesundheitswesen.

Im Grundlagenbericht I  wurde eine fundierte Empfehlung einer konkreten Auswahl an über-geordneten Indikatoren zur Messung der Outcomes des österreichischen Gesundheitssystems aus der Perspektive der Bevölkerung abgegeben. Des Weiteren wurden die Outcome-Indikatoren in ein analytisches Framework eingebettet, welches die Ziele und Funktionen des Gesundheitssystems enthält.

Im Grundlagenbericht II  wurde das Messsystem um Detailindikatoren ergänzt und theoretische Konzepte zur Erweiterung des Outcomes-Frameworks hin zu einem Performance-Framework und Kriterien für internationale Vergleichbarkeit von Gesundheitssystemen ange-rissen.

Der vorliegende Bericht ersetzt die beiden zuvor publizierten Teilberichte und umfasst die vom Projektteam recherchierte Theorie zum Thema Performancemessung von Gesundheitssystemen, das Outcomes-Framework der SV, konsensbasierte und fundierte Vorschläge für übergeordenete und Detailindikatoren zur Outcomemessung sowie weitere Empfehlungen.


Theorie

Der Begriff Performance umschreibt ein komplexes Thema und Performancemessung stellt das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. Sorgfältige theoretische Vorarbeiten sind dafür unumgänglich. Es gilt festzulegen, was beobachtet werden soll und in welcher Weise dies mit den geringsten Messfehlern gelingen kann.


Was

Performance ist die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems, die anhand der Erreichung von Zielen  und der Einhaltung von Werten zu bestimmen ist.


Wie

Zur Messung komplexer Ziele ist die Empirie zu detailliert und ihre einzelnen Daten sind untereinander zu verstrickt. Das Gesundheitssystem muss in mehrere konkrete Bereiche untergliedert werden, damit seinen Aufgaben Messwerte zur Überprüfung der Zielerreichung (Indikatoren) zugeordnet werden können. Dazu wurde ein Framework entwickelt. Die Messergebnisse können Unterschiede zwischen Vergleichsländern  und Unterschiede im Zeitverlauf beleuchten, die als Anlass zur Ursachenforschung herangezogen werden sollen. 


Bewertung der Indikatoren

Aus der internationalen Fachliteratur und den rahmenbildenden Aspekten des österreichischen Gesundheitswesens wurden potenzielle Indikatoren gesammelt und einem Auswahlprozess unterzogen.


Bewertungsschema

Ein Schema, das inhaltliche und datentechnische Gütekriterien abfragt, wurde nach den Empfehlungen der Fachliteratur entwickelt und in Form einer adaptierten Delphi-Methode eingesetzt.


Kollegiale Durchführung der Bewertung

Dabei wurden SV-Trägerexpertinnen und –experten gebeten, die vorgeschlagenen Indikatoren in mehrtägigen Arbeitstreffen im Gruppenkonsens anhand der einheitlichen Gütekriterien zu bewerten.


Externe Qualitätssicherung der Bewertung

Die übergeordneten Indikatoren wurden auch Experten aus der GÖG zu Bewertung vorgelegt. Deren Urteile wurden verwendet um etwaige grobe Fehleinschätzungen der SV zu korrigieren.


Ergebnis

Die im Rahmen des Projekts definierten sieben Zielbereiche des Gesundheitssystems mit Fokus auf die beiden Funktionen Gesundheitsförderung/Prävention und Krankenbehandlung bilden ein Framework für die Messung der Outcomes. Das konkrete Ergebnis sind empfohlene Indikatoren (23 übergeordnete und 42 Detailindikatoren) im Framework.


Herausforderungen

Die Ergebnisse der Outcomemessung liefern erste Hinweise zur Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems. Eine finale Bewertung ist nicht möglich. Ursachenforschung auf regionaler Ebene ist nötig, um Messergebnisse sinnvoll interpretieren zu können. Performancemessung geht über Outcomemessung hinaus und macht nur als langfristiges Projekt Sinn, das sich Systemveränderungen anpasst.