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Editorial Mai 2014


Dr. Wilhelm Donner Der Autor:
Dr. Wilhelm Donner
 
ist Chefredakteur der Sozialen Sicherheit im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.


Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!


Die Gebarungsergebnisse aller drei Zweige der Sozialversicherung werden auch in diesem Jahr bereits im Mai-Heft dargelegt. Auf Basis der Rechnungsabschlüsse der Sozialversicherungsträger für das Jahr 2013 stellt die Abteilung für Statistik des Hauptverbandes die Tabellen über den Stand der Versicherten, deren Beiträge sowie den Bezug von Leistungen zur Verfügung, ebenso wie die Anpassung der Pensionen und der Unfallrenten. Die Darstellung erfolgt in der Reihenfolge Pensions-, Kranken- und Unfallversicherung.

Im zweiten Teil ihres Beitrages analysieren Mag. Uwe Fingerlos und Mag. Martin Robausch (beide NÖGKK) die Prozessqualität bei der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 im niedergelassenen Bereich anhand des Instrumentes von LEICON-CCIV und sie zeigen dabei auf, wie dies mit Hilfe von sechs Qualitätsindikatoren in einem Datensatz von 3.801 Allgemeinmedizinern (davon 499 DMP-Ärzte) möglich ist. Eine kritische Reflexion der erzielten Ergebnisse sowie der zu berücksichtigenden methodischen Limitationen bildet den Abschluss dieser Arbeit.

Mag. Ingeborg Beck (PVA) legt in ihrem Beitrag zu dem mit 1. Jänner 2014 neu eingeführten Rehabilitationsgeld und seiner unionsrechtlichen Koordinierung ihre persönliche Meinung dar, die mit der Auffassung des Hauptverbandes sowie des BMASK teilweise nicht im Einklang steht. Beck bringt ihr Anliegen zum Ausdruck, das Rehabilitationsgeld stärker in die nationalen krankenversicherungsrechtlichen Bestimmungen einzubinden und wegen möglicher Einkommensverluste infolge Krankheit bzw. potentieller Überversorgung Nachjustierungen bezüglich des Gleichheitsgrundsatzes vorzunehmen. Gleichwohl widersprechen andere Experten ihren Ausführungen, wonach etwa die Schlussfolgerung – betreffend Übersiedlung in einen anderen Mitgliedstaat und Krankengeldbezug – noch diskussionswürdig wäre.

Polypharmazie war das Thema einer Tagung im Hauptverband, worüber ausführlich berichtet wird. Nimmt ein Patient mehr als fünf Medikamente gleichzeitig ein, spricht man von Polypharmazie. Deren Ursache, das Vorliegen mehrerer, meist chronischer Erkrankungen, wird laut diverser Altersstudien bei etwa 25 bis 30 Prozent der über 70-Jährigen in einer urbanen Bevölkerung angenommen. Damit erhöht sich auch die Gefahr der Einnahme ungeeigneter Medikamente und Dosierungen, obgleich – allein aus Gründen klinischer Indikation – Polypharmazie nicht per se abzulehnen sei.


Dr. Wilhelm Donner