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Kombinationsverschreibungen von Antipsychotika und Antidementiva in Österreich (ISPOR, Dublin, 2013)


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ABSTRACT

Hintergrund
Der Einsatz von Antipsychotika bei Personen mit Demenz wird als problematisch beurteilt, nicht zuletzt, da dies mit einer Erhöhung des zerebrovaskulären Risikos und der Mortalität einhergeht. In manchen Ländern haben gesundheitspolitische Entscheidungsträger bereits die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Reduktion der Verschreibung von Antipsychotika bei Personen mit Demenz postuliert.

Auswertungsziel
Das Hauptziel der Analyse ist die Bestimmung des Ausmaßes einer Ko-Medikation von Antipsychotika bei Patienten mit medikamentös behandelter Demenz in Österreich in den Jahren 2011 und 2012, stratifiziert nach Alter und Geschlecht.

Daten und Methoden

Die Daten umfassen sämtliche erstatteten Verordnungen von Antidementiva (Cholinesterase-Inhibitoren und Memantin) in den Jahren 2011 und 2012 auf Kosten der 13 großen Krankenversicherungsträger in Österreich. Deren Anspruchsberechtigte inkludieren mehr als 97% der Bevölkerung. Von den entsprechenden Patienten-Pseudonymen liegen Angaben zu Alter und Geschlecht vor und außerdem alle von den Sozialversicherungsträgern erstatteten Antipsychotika-Verordnungen. Für die Analyse ist der Überlappungszeitraum relevant, d.h. der Zeitraum in welchem beide Substanzgruppen bezogen wurden. Deskriptive Statistiken dienen dazu, das Ausmaß und die Variabilität einer Ko-Medikation der beiden Gruppen zu erfassen.

Ergebnisse

Von den 72.549 in den Daten enthaltenen Patienten (66% weiblich) bekamen 31.605 (43,6%) überlappend Antipsychotika und Antidementiva. Der Median des Überlappungszeitraums ist 294 Tage. Es werden durchschnittlich 300 Tabletten von Antidementiva verordnet und 360 von Antipsychotika (jeweils Median). Unter Berücksichtigung der Demografie sind keine wesentlichen Unterschiede zwischen Frauen und Männern erkennbar.

Conclusio
Die Daten zeigen, dass der Einsatz von Antipsychotika bei Personen mit medikamentös behandelter Demenz weit verbreitet ist, sowohl mit einer hohen Prävalenz als auch mit einer Tendenz zum Langzeiteinsatz. Die Ergebnisse bilden die Realität der Verschreibungspraxis ab und können als valide Basis für Diskussionen, mögliche Maßnahmen und Evaluationen im Bereich Antipsychotika und Demenz im österreichischen Gesundheitswesen dienen.