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Editorial September 2013


Dr. Wilhelm Donner Der Autor:
Dr. Wilhelm Donner

ist Chefredakteur der Sozialen Sicherheit im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Editorial
Liebe Leserinnen und Leser!

Am 3. September beschloss die Trägerkonferenz im Hauptverband neben dem dazugehörenden Jahresarbeitsprogramm 2013 den Bundeszielsteuerungsvertrag 2013-2016, mit dem Bund, Länder und Sozialversicherung die Gesundheitsreform, bei der eine nationale Präventionsstrategie, Verbesserungen der medizinischen Grundversorgung sowie e-Health im Mittelpunkt stehen, umgesetzt werden wird. Der Unterzeichnung durch den Verbandsvorsitzenden und der Vorsitzenden der Trägerkonferenz wohnten u.a. Gesundheitsminister Alois Stöger, Finanzministerin Maria Fekter und die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely bei.

Der erste Fachbeitrag befasst sich mit den Leitprinzipien der Gesundheitsbildung. Der Sozialmediziner Horst Noack und das Public-Health-Team an der Univ. Graz hat ein postgraduales Aus- und Weiterbildungsprogramm in Public Health geschaffen, aus dessen Erfahrungen im Beitrag geschöpft wird. Noack zeichnet die besondere Tradition des öffentlichen Gesundheitswesens im deutschen Sprachaum nach, in dem bekanntermaßen die Rassenhygiene während der ersten Hälfte des 20. Jh. eine maßgebliche Rolle spielte. Davon hat sich das öffentliche Gesundheitswesen nach 1945 schrittweise befreit, gleichwohl hielt erst in den 80-er Jahren die „Multidisziplin“ Public Health vollständig aus dem angelsächsischen in den deutschsprachigen Raum Einzug. Und mit der Gesundheitsreform wird erstmals seit Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung eine umfassende Neuorientierung in der Gesundheitspolitik eingeleitet.

Einsparungen bei den öffentlichen Heilmittelausgaben vorzunehmen, wurde in den letzten Jahren von den meisten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gefordert. Die Entwicklung der Heilmittelausgaben in den europäischen Ländern ist daher auch Gegenstand einer breiten Analyse durch vier Autorinnen des österr. Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG) und des Hauptverbandes. Dabei wurde u.a. sichtbar, dass in wirtschaftlich stabileren Ländern ein Wachstum an Heilmittelausgaben zu beobachten ist, während sich in den mediterranen Ländern – aber auch in Schweden – ein Ausgabenrückgang einstellte. Ein Beitrag über Design Thinking als möglichen Ansatz im Innovationsmanagement – auch in der sozialen Krankenversicherung – sowie eine Analyse der Quotenregelung bei der Beschäftigung behinderter Personen vervollständigen diese Ausgabe.

Dr. Wilhelm Donner