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Antidepressiva-Therapiemuster in Österreich (Wien, 2012)



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ABSTRACT

Hintergrund
Antidepressiva sind eine häufig verschriebene Medikamentenklasse mit zunehmender Tendenz, wobei die überwiegende Mehrheit (78%) von der Fachgruppe Allgemeinmedizin verordnet wird. Diskussionen in der Fachwelt betreffen nicht nur die Substanzwahl, sondern mit hohem Interesse auch die Therapiedauer.

Auswertungsziel
Die vorliegende Analyse wirft einen Blick auf die patientenbezogene Dauer der Pharmakotherapie sowie auf die Häufigkeit von Substanzkombinationen und Umstellungen, um ein besseres Verständnis für Antidepressiva-Verordnungen in Österreich zu bekommen.

Daten und Methoden
Die Daten beinhalten sämtliche Verordnungen von Antidepressiva in den Jahren 2008 bis 2010, die auf Kosten der 13 größten Krankenversicherungsträger in Österreich verordnet wurden, womit rund 98% der Bevölkerung abgedeckt sind. Für die Analyse der Therapiedauer wurden Kaplan-Meier-Kurven herangezogen.

Ergebnisse
Beginnend mit 1,15 Millionen Patientinnen und Patienten konnten gemäß Einschlusskriterien 503.501 in die Analyse miteinbezogen werden. 39% dieses Kollektivs bezogen eine Antidepressiva-Medikation für maximal einen Monat, nämlich durch eine Einmal-Verordnung. Der Median beträgt rund 4 Monate. Knapp 19% der analysierten Kohorte bekamen zumindest temporär eine Kombinationstherapie verschrieben, während rund 13% von einem Wirkstoff auf einen anderen umgestellt wurden.
Unsere Daten zeigen eine ambivalente Therapiestruktur mit einem hohen Anteil an Einmal-Verordnungen, während ca. 2/3 des verbleibenden Kollektivs für mindestens 6 Monate behandelt wurden. Die Ergebnisse illustrieren die tatsächliche aktuelle Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Antidepressiva und können eine unterstützende Rolle bei der Suche nach Suboptimalitäten in der Versorgung spielen.