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Editorial Oktober 2011


Dr. Wilhelm Donner Der Autor:
Dr. Wilhelm Donner

ist Chefredakteur der Sozialen Sicherheit im
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Editorial
Liebe Leserinnen und Leser!

Die Oktober-Ausgabe der Sozialen Sicherheit nimmt das Gesundheitssystem in ihren vielfältigen Facetten in den Blick und zeigt exemplarisch einige Gestaltungs- und Verbesserungsmöglichkeiten auf. Die Integration der Partner und die Usability der Arztsoftware im Rahmen der e-Medikation stehen dabei gewiss im Vordergrund.

Die Rolle des Hausarztes in der Versorgungskette ist ein weithin noch unerforschtes Gelände und stand erstmals im Mittelpunkt eines wissenschaftlichen Projektes der SV-Wissenschaft und wurde vom Ilse-Arlt-Institut der FH St. Pölten durchgeführt. Erstmals wurden dabei auch die individuellen Präferenzen und Motive der Arztwahl untersucht. Dabei ließen sich fünf typische Patienten herausdestillieren und ebenso Unterschiede zwischen Wien und den ländlichen Regionen in Niederösterreich, was den Umgang der Allgemeinmediziner mit ihren Patienten betrifft. Es stellte sich auch heraus, dass die vermutete Ablehnung der gatekeeping-Funktion des Hausarztes weithin geringer ist als erwartet.

In einem weiteren Beitrag wird das Pflegegeldreformgesetz 2012 und das Pflegefondsgesetz vorgestellt sowie die Gesundheitssystemforschung in Österreich.

Von zwei Fachleuten der Vertragspartnerabteilung wird ein VfGH-Erkenntnis dargestellt, das sich mit der ärztlichen Honorierung und den Mechanismen der Einkommensverteilung der Ärzte beschäftigt, die schon seit langem Gegenstand intensiver Diskussion ist. Es geht dabei um Steuerungsmaßnahmen, die in den Gesamtverträgen vorgesehen sind. Dabei handelt es sich um eine Vielfalt von Maßnahmen, wie Honorardeckelungen (z.B. für Fachgruppen in der Ärzteschaft), Degressionsregeln, Verrechnungslimitierungen usw. Es wurde in der bisher eindeutigsten Form zugunsten der verfassungsgesetzlichen Zulässigkeit von Steuerungsmaßnahmen in Gesamtverträgen mit Vertragspartnern der SV Stellung bezogen.

Wertorientierte Unternehmensführung in der sozialen Krankenversicherung und Werte schaffen! Was heißt das? Der Leiter eines entsprechenden Projektes in der OÖGKK stellt „Vision 2015 – Werte schaffen“ vor und stellt dazu theoretische Überlegungen an.

Dr. Wilhelm Donner