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Frühzeitige Sterblichkeit nach dem Beruf


Mag. Johannes Klotz Der Autor:
Mag. Johannes Klotz

ist Statistiker im Bereich Demografie bei der Statistik Austria. Seine Arbeitsschwerpunkte: soziale Unterschiede in der Sterblichkeit, Lebenserwartung und Gesundheit, demografische Indikatoren und Varianzschätzung.

Kurzfassung
Die frühzeitige Sterblichkeit im Haupterwerbsalter ist in Österreich seit Jahrzehnten deutlich rückläufig. Das Risiko, dass eine 25-jährige Person vor dem 55. Geburtstag stirbt, beträgt heute weniger als 6 % für die Männer und 3 % für die Frauen. Durch eine statistische Verknüpfung von Volkszählungsdaten mit Sterbefalldaten (2001/2002 sowie 1991/92) können relative Risiken der frühzeitigen Sterblichkeit nach dem Beruf geschätzt werden.

Trotz des erfreulichen Trends der allgemein rückläufigen Sterblichkeit im Haupterwerbsalter zeigen sich nach wie vor erhebliche soziale Unterschiede: Die Sterblichkeit von Arbeitern liegt höher, jene von Angestellten und selbständig Erwerbstätigen niedriger als im Durchschnitt. Besonders hoch ist das Risiko frühzeitiger Sterblichkeit bei Hilfsarbeitern. Die berufsspezifischen relativen Unterschiede in der Sterblichkeit fallen bei den Männern stärker aus als bei den Frauen und haben sich in den 1990-er Jahren nicht verringert.

Die höhere Sterblichkeit von Arbeitern gegenüber Angestellten zeigt sich nicht nur bei Unfällen, sondern über ein sehr breites Spektrum von Todesursachen, z.B. auch bei Suiziden. Weiters ist feststellbar, dass das in den einzelnen Berufsgruppen unterschiedliche Bildungsniveau die Unterschiede in der frühzeitigen Sterblichkeit nur teilweise erklären kann. Generell lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem Mortalitätsrisiko und dem Einkommensniveau einer Berufsgruppe feststellen.