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Grenzüberschreitender Vergleich der Gesamtbeitragsbelastung: Blick hinter die gesetzlichen Pensionsbeiträge


Mika Vidlund Der Autor:
Mika Vidlund

studierte Sozialwissenschaften an der Universität Turku und ist Mitarbeiter am Finnish Centre for Pensions in Helsinki. 2002 und 2005 war er im Auftrag des finnischen Sozial- und Gesundheitsministeriums am „National Pension Strategy Report“ beteiligt.

Kurzfassung
Die Pensionskosten mit den durch die Überalterung der Bevölkerung bedingten Pensionsreformen und der Zunahme der Pensionsausgaben sind und bleiben ein Schlüsselthema in Europa und in der ganzen Welt. Der Artikel bringt einen Überblick über die gesamte Beitragsbelastung, die von der Altersvorsorge verursacht wird, unter Berücksichtigung sowohl der gesetzlich vorgesehenen wie auch der Betriebspensionsbeiträge und des staatliche Finanzierungsanteils. Zusatzpensionen und Betriebspensionen, die sog. 2. Säule, sowie Kosten der gesamten Pensionsvorsorge wurden bisher weitgehend vernachlässigt. Im Artikel wird aber deutlich gemacht, dass dies bei einem Vergleich der Pensionsfinanzierung und Pensionskosten in verschiedenen Ländern von zukünftigen Studien erhoben werden sollte. In Wirklichkeit handelt es sich um indirekte Arbeitskosten für die Arbeitgeber, genauso wie die Pflichtbeiträge und Steuern.

Es zeigt sich, dass die ausschließliche Konzentration auf die gesetzliche Altersvorsorge oder das Beitragsniveau des staatlichen Pensionssystems kein angemessenes Abbild der Altersvorsorge in den verschiedenen Ländern gibt. Die gesetzliche vorgesehene oder sog. staatliche Pension ist trotz ihrer unumstrittenen Stellung nur eine Komponente im Gesamtbild. In vielen europäischen Ländern sind Betriebspensionen ein wesentlicher Teil der umfassenden Altersvorsorge.

Des Weiteren findet man die Darstellung und Diskussion darüber, wer die Pensionen finanziert. Wenn man die Pensionsfinanzierung betrachtet, vergleicht man gemeinhin die staatlichen Pensionsausgaben. Dieser Artikel konzentriert sich aber auf Prämieneinkommen, um die Beitragslast in jedem der analysierten Länder zu untersuchen.

Die Gesamthöhe der Pensionsbeiträge wird in neun europäischen und in den nordamerikanischen Ländern Kanada und den Vereinigten Staaten (in weiterer Folge USA) verglichen. Zu den europäischen Ländern zählen Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, die Niederlande, Deutschland, Frankreich, Großbritannien (in weiterer Folge GB) und die Schweiz. Von einem vergleichenden Standpunkt aus gesehen sind Länder repräsentative Beispiele für unterschiedliche Wohlfahrtsmodelle; die Tatsache, dass sich die Struktur der Altersvorsorge von Land zu Land beträchtlich unterscheidet, ist ein guter Ansatz für die Studie, wie die Pensionsfinanzierung gesteuert wird.

Die für die Analyse der Gesamtpensionsbeitragshöhe vorgelegte empirische Beweislage basiert auf Daten aus dem Jahr 2005. Querschnittsdaten haben ihre Grenzen, da sie die Situation nur zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreiben. Es treten jedoch auf der Beitragsebene keine großen jährlichen Fluktuationen auf, weshalb man davon ausgehen kann, dass die Beschreibung der Daten in diesem Fall für mehrere Jahre gültig ist. Vor diesem Hintergrund will dieser Artikel ein genaueres und besser vergleichbares Bild der Pensionsfinanzierung in den einzelnen Ländern liefern.