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Einführung eines „Critical Incident Reporting & Prevention System – CIRPS“ im Unfallkrankenhaus Graz


OA Dr. Herbert Kaloud Die Autoren:
OA Dr. Herbert Kaloud

ist Anästhesist am UKH Graz und Projektleiter des CIRPS.

Mag. (FH) Rudolf Kabas

ist Referent der Abteilung Controlling & Koordination in der Hauptstelle der AUVA.

linkMag. (FH) Rudolf Kabas

Kurzfassung

Im Rahmen des QM-Systems für alle medizinischen Einrichtungen der AUVA (sieben Unfallkrankenhäuser und vier Rehabilitationszentren in Österreich) fungierte das UKH Graz (Eckdaten 2008: 145 Betten, 50.283 ambulante Patienten, 6.070 stationäre Patienten, 4.505 operative Eingriffe, 436 Mitarbeiter) als Pilotkrankenhaus innerhalb der Gesamtorganisation. In Zusammenarbeit mit der für QM in der AUVA zuständigen Abteilung HCE (Controlling und Koordination der Einrichtungen) in der Hauptstelle des Krankenhausträgers, wurde nach einer intensiven Planungs- und Vorbereitungsphase im Jahre 2006 das Fehlermelde- und Präventionssystem CIRPS implementiert.

In den Jahren 2007 und 2008 folgten die Unfallkrankenhäuser Kalwang und Lorenz Böhler Wien. Das UKH Salzburg hat das System mit Jänner 2009 übernommen, das UKH Linz sowie die Rehabilitationsklinik Tobelbad folgen im April 2009, die übrigen medizinischen Einrichtungen der AUVA in absehbarer Zeit. Mit der Vernetzung der „CIRPS“-Häuser wurde Ende 2008 begonnen.

CIRPS ist ein Gesamtkonzept zur Meldung, Bearbeitung und Prävention unerwünschter Ereignisse (critical incidents) bei der Behandlung von Patienten.

Im Berichtszeitraum 10.10.2006 bis 31.12.2008 zeichnet sich CIRPS im UKH Graz durch starke Mitarbeiterbeteiligung (33,3 % aller Lösungen erzielt durch Basismitarbeiter), den großen Anteil nicht anonymer Meldungen (79 %), die Beteiligung aller Berufsgruppen und einen hohen Umsetzungsgrad (356 Veränderungen aus 135 bearbeitbaren Meldungen) aus.

Als Meilensteine in der Entwicklung gelten die Zusammensetzung der Projektgruppe, die Erarbeitung des CIRPS-Handbuches, die Entwicklung des einfach gestalteten Meldeformulars, die Einbeziehung aller Mitarbeiter in das neue System durch die Gestaltung des Meldeweges, die Nutzung bereits vorhandener und installierter IT-Lösungen zur kosteneffizienten Umsetzung des Projektes sowie die Einsetzung des Vertrauensteams als Träger der CIRPS-Organisation.

Wesentlich für den Erfolg sind neben der Einfachheit des Systems motivierte Mitarbeiter und die strukturierte Zusammenarbeit mit der Krankenhausleitung.