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Haaranalyse


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Haaranalyse ist die chemische Analyse einer Haarprobe. Haare müssen vor allem dann für retrospektive Analysen verwendet werden, wenn Blut und Urin nicht mehr die erwartete Substanz beinhalten, typischerweise z.B. nach einem Jahr. Die am meisten verbreitete akzeptierte Anwendung ist im Feld der forensischen Toxikologie und der Umwelttoxikologie. Verschiedene alternativmedizinische Bereiche nutzen ebenfalls Haaranalysen, aber diese Verwendung wird kontroversiell gesehen, da sie nicht standardisiert ist. Die Haarprobe wird auf Inhalt von Mineralien, Metallen, Drogen, Medikamente und andere Substanzen getestet.
In der medizinischen Literatur (gesucht in Pubmed und Cochrane Database for CCT) existieren Studien auf Level 1-6 (nach der Skala der American Heart Association) für

  • Drogen-, Alkohol-, Tabak- und Medikamententests
  • Substanztests (Zinn, Magnesium, Kupfer, Blei, Uran, Schwermetalle)
  • DNA Testung
  • Dopingtests bei Sportlern
  • Zusammenhang zwischen Krebs und Haarpflegeprodukten
  • Unterschiede zwischen Haartypen
  • Validitätsstudien der Haaranalyse
  • Ernährungseinfluss auf Substanzveränderung

In alternativen pseudomedizinischen Angeboten wird die Haaranalyse zur Früherkennung diverser Krankheiten und Zustände (sich anbahnenden Schäden, bei Haarausfall, Haarproblemen, Hauterkrankung, Neurodermitis, Herzkrankheit, brüchigen Nägel, Diät, Stoffwechselerkrankungen, bei allen unspezifischen Beschwerden, Fettleibigkeit, Störungen der Enzymsysteme oder Organe, Osteoporose usw.) durchgeführt. Für diese Art der Anwendung wurden keine wissenschaftlichen Artikel gefunden, die Evidenz hierfür scheint keinen der Level der AHA zu erreichen.