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APOS Therapie


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Hintergrund
Es wurde eine Anfrage an die Abteilung EWG des Hauptverbandes der
Sozialversicherungsträger zur APOS Therapie gestellt, ob diese Leistung durch die soziale Krankenversicherung übernommen werden kann/soll. Argumentiert wird in der Anfrage, dass mit dieser Therapie 85% der operativen Eingriffe verhindert werden können und die Patienten (mit Knie- und Hüftproblemen, Anm.) schmerzfrei sind.

Ziel des Berichts
Es wird nach wissenschaftlichen Beweisen gesucht, ob die APOS Therapie Schmerzfreiheit und 85%ige Operationsreduktion bei PatientInnen mit Knie- und Hüftproblemen zu erreichen in der Lage ist.

Methode
Es wurde in den Datenbanken Pubmed, Cochrane Library und PEDRO systematisch nach Literatur zum Thema gesucht, vierzehn Literaturstellen gefunden, davon wurden fünf exkludiert, fünf inkludiert und vier als Basisliteratur herangezogen.

Ergebnis
Vier Beobachtungsstudien ohne Vergleichsgruppe im vorher-nachher Design adressieren direkt die APOS Therapie, eine kontrollierte Vergleichsstudie untersucht fabriksgefertigte Schuheinlagen im Vergleich zu individuell angepassten Schuheinlagen. Alle Studien beziehen sich auf PatientInnen mit Gonarthrose. Zu den anderen Indikationen, für die APOS Therapie geeignet sein soll, wurde keine Literatur gefunden.
In den Studien direkt zur APOS Therapie wurden Schmerzreduktionen zwischen 30% und 50% berichtet, sowie Funktionsverbesserungen von 29% bis 50%. Zwei Studien berichten eine Reduktion der Steifheit von 51% des Ausgangswertes. Eine Studie berichtet eine generelle Erfolgsrate von 75%, definiert aus Schmerz-, Funktions- und Lebensqualitätsbesserung.

Zusammenfassung
Die wissenschaftliche Beweislage erlaubt keine belastbare Aussage zur Wirksamkeit der APOS Therapie auf Gonarthrose.
Es gibt Hinweise auf positive Effekte der APOS Therapie auf Schmerz und Funktion bei Patienten mit Gonarthrose aus vier retrospektiven Beobachtungsstudien ohne Vergleichsgruppe. In den Studien werden jedoch weder der Schweregrad der Erkrankung, Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter oder BMI, noch Anwenderunterschiede in der Anpassung des Hilfsmittels adressiert.
Es wurden keine wissenschaftlichen Hinweise für oder gegen die potentielle Reduktion von operativen Eingriffen und Rehabilitationszeiten durch die APOS Therapie gefunden.
Es wurden keine wissenschaftlichen Hinweise für oder gegen die Wirksamkeit der APOS Therapie bei anderen muskuloskeletalen Erkrankungen außer Gonarthrose gefunden.