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Selbstmanagement der oralen Antikoagulation – Evidenz und Ist-Analyse in Österreich


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Erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation profitieren von einem Patientenselbstmanagement (PSM) im Vergleich zu einer Standardtherapie mit einem ärztlichen Gerinnungsmonitoring, da sich hinsichtlich der schweren thromboembolischen Ereignisse und der Todesfälle ein klinisch relevanter Zusatznutzen bei unveränderten Blutungsraten ergibt. Für Patientenselbstmessung (PST) alleine ist dies hingegen nicht zutreffend. Insofern ist es wichtig, dass Verschreiber klar zwischen PST und PSM unterscheiden.
Patientenselbstmanagement kann allen Patienten mit allen Langzeitindikationen für eine orale Antikoagulation unabhängig von ihrem Alter angeboten werden, die die notwendigen geistigen und körperlichen Voraussetzungen erfüllen und sich in der Lage sehen, Patientenselbstmanagement durchzuführen. Bei Personen die auf Grund von Sehbehinderungen, Demenz oder feinmotorischen Schwächen die Messung selbst nicht vornehmen können, kann bei entsprechender Unterstützung durch Angehörige Patientenselbstmanagement dennoch in Betracht gezogen werden. Für Patienten die eine Therapie mit neuen Antithrombotika erhalten ist Patientenselbstmanagement hingegen
nicht geeignet.
Die für Österreich vorhandenen ökonomischen Daten zeigen einen Kosten-Vorteil für PSM, vor allem durch die Reduktion der Komplikationsraten. Allerdings stammen diese Daten aus einer einzigen Untersuchung, zu der nur eine Poster-Publikation vorliegt. Die
Resultate werden daher als Hinweis auf eine Kosteneffektivität gewertet.
In Österreich werden derzeit strukturierte Schulungen zum Patientenselbstmanagement in insgesamt 28 Zentren angeboten. Diese werden fast ausschließlich von der Österreichischen Arbeitsgruppe für das Selbstmanagement der oralen Antikoagulation (ÖASA) organisiert, die auch die entsprechenden Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards festgelegt hat.