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Leitungswasser - Iontophorese


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Methodik

Die Beurteilung der Wirksamkeit der Iontophorese bei der palmoplantaren Hyperhidrose wurde anhand von Sekundärliteratur durchgeführt.

Es konnten keine systematischen Übersichtsarbeiten eingeschlossen werden. Um die gestellte Frage nach der Wirksamkeit der Iontophorese trotzdem beantworten zu können, wurden Übersichtsarbeiten eingeschlossenen, die eine Literatursuche, wenn auch nicht systematisch, durchgeführt haben. Es ist daher nicht auszuschließen, dass eine elektive Literatursuche in den Übersichtsarbeiten zu einer Verzerrung der Ergebnisse geführt hat.

Ergebnisse
Die Leitungswasser Iontophorese wurde nicht in großen randomisierten kontrollierten Studien untersucht. Die Wirksamkeit der Iontophorese bei palmarer Hyperhidrose wurde in einem kleinen RCT und mehreren ebenfalls kleinen kontrollierten Studien untersucht, es fanden sich bessere Ergebnisse der Leitungswasser Iontophorese im Vergleich zu Placebo. In mehreren unkontrollierten Studien wird eine Wirksamkeit von 80%– 100% berichtet.

Die Wirksamkeit der Leitungswasser Iontophorese in der plantaren Hyperhidrose basiert im Wesentlichen auf Fallserien.

Lediglich eine randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte den Effekt der Leitungswasser Iontophorese im Vergleich zu topischen Anwendungen, wobei die topische Behandlung mit Methenamine die besseren Ergebnisse als die Leitungswasser Iontophorese und als die topische Behandlung mit Glutaraldehyd brachte.

Im Vergleich von Leitungswasser Iontophorese mit Iontophorese mit einem Anticholinergikum schnitt letztere besser ab, untersucht in einer nicht randomisierten, kontrollierten Studie und mehreren Beobachtungsstudien, allerdings verbunden mit mehr Nebenwirkungen.

Schlussfolgerung
Aufgrund der Studienlage kann man davon ausgehen, dass die Leitungswasser Iontophorese wirksamer als Placebo bei der palmaren Hyperhidrose ist. Zur Wirksamkeit der Leitungswasser Iontophorese in der plantaren Hyperhidrose liegen nur Fallserien vor, die Evidenz ist daher sehr niedrig.

Inwieweit eine topische Behandlung mit den üblichen Antiperspirantien mit Aluminiumsalzen einer Leitungswasser Iontophorese über – oder unterlegen ist, kann anhand der in den Übersichtsarbeiten zitierten Studien nicht ausgesagt werden.

Aufgrund der Studienlage kann man davon ausgehen, dass die Leitungswasser Iontophorese der Iontophorese mit einem Anticholinergikum unterlegen sein dürfte, die Evidenz ist aber nicht sehr robust.

Übereinstimmend in der gesamten Literatur wird eine Stufentherapie vorgeschlagen, in der die Leitungswasser Iontophorese bei der palmoplantaren Hyperhidrose nach Versagen einer topischen Behandlung eingesetzt werden soll.

Die Leitungswasser-Iontophorese ist relativ nebenwirkungsarm, die Standardtherapie besteht aus kontinuierlichem Gleichstrom, alternativ kann gepulster Gleichstrom genutzt werden. Eine Empfehlung zur Leitungswasser-Iontophorese der deutschen Gesellschaft für Dermatologie soll den Qualitätsstandard, die Sicherheit und die Erfolgsquote in der Behandlung der Hyperhidrosis optimieren. Eine entsprechende Aufklärung und Information von PatientInnen ist unabdingbar.