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Um den sozialen Einfluss auf den Gesundheitszustand messen zu können, wurde anhand der sozialversicherungsrechtlichen Tatbestände, die für die Pensionsberechnung in Österreich relevant sind, ein Index des sozialen Status erstellt. Dazu wurden den 566 sozialversicherungsrechtlichen Tatbeständen jeweils die sozialen Determinanten der Gesundheit der WHO (inklusive sozialer Gradient,
sozialer Stress, soziale Ausgrenzung, Arbeit und Arbeitslosigkeit, und ein geschätzter Wert für das in Österreich übliche Einkommensniveau als Surrogat für die Domain soziale Unterstützung) gegenübergestellt und von 1-4 bewertet (1= geringe Gesundheitsbelastung, 4 = hohe soziale Gesundheitsbelastung). Für die Bewertung wurden die Befragungsergebnisse des Gesundheitssurveys der Statistik Austria
(siehe Einleitung) berücksichtigt. Der Mittelwert aus der Index-Bewertung von 1-4 pro Determinante ergibt den sozioökonomischen Status-Index (SÖS), welcher nach Abfrage der Tatbestände zur Hälfte den aktuellen Mittelwert und zur anderen Hälfte den gewichteten Mittelwert über Vergangenheit - bis zu 30 Jahre - einbezieht.
Mit Absicht sind damit die einzelnen Einflussfaktoren auf Personenebene nie rückverfolgbar.

In einem weiteren Schritt wurde von aktiven Personen, als solchen, die im Erwerbsleben stehen oder stehen könnten und für die Pensionszeiten gezählt werden, in Österreich der SÖS Wert berechnet, pseudonymisiert und den Abrechnungsdaten zu Gesundheitsleistungsinanspruchnahme in der GAP DRG14 Datenbank aus 2006/2007 hinzugefügt. Die Zusammenhänge des Sozioökonomischen Status (SÖS) auf
Diagnosen15 und die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen wurden vom Institut für Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie, TU Wien, untersucht und aggregiert berichtet.

Ergebnis:

  • Die Anzahl der Diagnosen steigt mit steigendem SÖS-Wert (=höhere soziale Belastung). Eine Ausnahme bildet die erste SÖS-Gruppe von 1-1.2, die etwas höhere Werte aufweist.
  • Die Anzahl der Arztkontakte steigt bis zu einem SÖS-Wert von 2.5 und bleibt dann etwa konstant.
  • Die Anzahl der Leistungen ist für Personen mit SÖS-Werten im Bereich um 1.5 und ab 3.5 etwas niedriger.
  • Bei den Krankenhausaufenthalts-Daten sind die Häufigkeiten in den gewählten SÖS-Klassen zu gering, um Aussagen treffen zu können.
  • Interessant sind die Unterschiede bei den häufigsten Diagnosen abhängig von der SÖS-Klasse.
  • Es bestehen regionale Unterschiede in der sozialen Gesundheitsbelastung