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Diagnostik des Prostatakarzinoms: MRT (mit endorektaler Spule) + MR– Spektroskopie




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Methodik
Es wurde Februar 2012 eine systematische Literaturrecherche nach kontrollierten, prospektiven Studien, Metaanalysen und systematischen Reviews in den Datenbanken PubMed, Cochrane und CRD (Centre for Review and Dissemination) durchgeführt und durch unsystematische Handsuche ergänzt. Nach Auswahl und Qualitätsbewertung (QUADAS-2) der Primärstudien gemäß den dargestellten Kriterien wurde eine formale und inhaltliche Synopsis erstellt und in weiterer Folge eine Bewertung der Zielgrößen (diagnostische Genauigkeit und patientenrelevanter Nutzen) vorgenommen.

Ergebnisse
2 RCTs und 3 systematische Übersichtsarbeiten wurden als relevant identifiziert. Die eingeschlossenen Studien waren sehr heterogen hinsichtlich Studiendesign (prospektiv, retrospektiv), Untersuchungszone (die ganze Prostata/ periphere Zone), Schwellenwerten und Ausgangsbefunden (PSA, Gleason Score, digital-rektaler Befund). Bei allen Männern bestand entweder der Verdacht auf Prostatakarzinom oder war bereits bestätigt und eine Prostatektomie geplant. Als Referenzstandard wurde die Biopsie oder Probenentnahme nach Prostatektomie gewählt. Es gab große Schwankungsbreiten im Bereich Sensitivität nach MR-Untersuchungen mit Spektroskopie (als Referenzstandard diente ein histologischer Befund der Prostata). Es besteht weiterhin Unklarheit hinsichtlich der optimalen PSA-Schwellenwerte und ein PSA-Screening wird nicht empfohlen. Daher ist eine zusätzliche Untersuchung keinesfalls zweckmäßig.

Schlussfolgerung
Die derzeitige Evidenz hinsichtlich diagnostischer Genauigkeit ist unzureichend, um eine MRT-Untersuchung mit endorektaler Spule und Spektroskopie zu empfehlen. Für die bessere Detektion der bisher mit Biopsie schwer diagnostizierbaren Tumore (kleinere oder in der zentralen oder Transitionalzone gelegen) gibt es keine Evidenz.
Derzeit ist im Screening-Setting bei unklarer Diagnose mittels PSA-Wert und Biopsie kein patientenrelevanter Nutzen dieser zusätzlichen Untersuchungsmethode zu erkennen (Reduktion von Biopsien, Morbidität, Lebensqualität etc.).
Die Sinnhaftigkeit weiterer Abklärung mittels MRT + Spektroskopie ist eher nach bereits diagnostiziertem Karzinom vorstellbar (Staging, Diagnostik hinsichtlich Samenblaseninfiltration oder extraprostatischer Tumorausdehnung).