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Stellungnahme zum Vorschlag eines jährlichen Herz-CT Screenings ab 45 Jahren


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Von der Abteilung EWG/ Team EBH des Hauptverbands wurde Ende 2007 eine Studie in Auftrag gegeben, die eine sinnvolle und nutzbringende Einsatzmöglichkeit der Herz-CT zur Beurteilung der Herzkranzgefäße in der extramuralen Versorgung anhand der verfügbaren Literatur beleuchten sollte. Zur Beantwortung der Fragestellung wurden vor allem aktuelle systematische Reviews und Meta-Analysen und interdisziplinäre Empfehlungen von österreichischen, europäischen und USamerikanischen Fachgesellschaften herangezogen.
Sichere Einsatzmöglichkeiten sind auf wenige Indikationen beschränkt und das diagnostische Prozedere, welches auch eine Prämedikation zur Senkung der Herzfrequenz während der CT-Untersuchung vorsieht, sollte auf einer engen Kooperation von Radiologie und Kardiologie basieren. Angesichts der Struktur des extramuralen radiologischen Versorgungsangebots in Österreich musste deshalb von einem Angebot der Herz-CT in der extramuralen Versorgung abgeraten werden.
Somit konnte ein Kalziumscore-Screening, auch wenn es auf RisikopatientInnen beschränkt ist, im extramuralen Bereich nicht empfohlen werden.
Eine Suche zum Update der Aussagen aus 2007 zeigt keine Veränderung der Aussagen, eher einen Trend zur Unterstützung dafür, Koronar-CT nicht im niedergelassenen Bereich und jedenfalls nicht zum Screening einzusetzen.
Die Studien zu Koronar CT sind vielfach auf vorselektierte Personen (mit
vorhandenem Thoraxschmerz, mit Risiko für KHK) beschränkt.
Die hohe negative Prädiktivrate des Koronar CTs besticht. Damit können
Patienten mit einem negativen Testresultat mit fast 100%iger
Wahrscheinlichkeit als krankheitsnegativ von der weiteren Befundung
ausgeschlossen werden.
Die Limitationen des Koronar CT beinhalten Bewegungsartefakte und geringe Reliabilität bei der Messung des Koronardurchmessers bei starker Verkalkung. Vielfach wird das Koronar CT additiv zur Risikostratifizierung eingesetzt.
Im Vergleich zu nicht mittels Koronar CT gescreenten Personen zeigt sich kein Unterschied in der kardiovaskulären Ereignisrate bis zu 18 Monate nach Screening, jedoch mehr Statine- und Aspirinverordnungen in der Screening Gruppe.
Konsensusstatements aufgrund vorhandener Evidenz sind einheitlich dem
Koronar CT gegenüber sehr zurückhaltend. Der (Framingham) Risiko Score wird zur ersten Risikostratifizierung jedenfalls priorisiert.
Die Vorgehensweise einer aggressiven Bewerbung ärztlich-diagnostischer
Leistungen in den Massenmedien deutet ebenso darauf hin, dass wissenschaftlich basierte Argumentation unzureichend vorhanden ist.