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Internationale Reformen in der Langzeitversorgung


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Die unterschiedliche Grenzziehung in der Arbeitsteilung zwischen Akut- und Langzeitversorgung spiegelt sich in einem Trade-off zwischen Pflege- und Akutbetten wieder. In einigen neuen EU-Mitgliedsländern, aber auch in Österreich und Belgien, stehen einer hohen Anzahl von Akutbetten deutlich weniger Pflegebetten gegenüber. In den nordischen Ländern werden relativ mehr Pflegebetten als Akutbetten angeboten. Diese Unterschiede erklären sich teilweise aus der unterschiedlichen Bedeutung der Familie bzw. des Staates in der Wahrnehmung der Versorgung. Typischerweise liegen die Ursachen für einen länger als medizinisch nötigen Verbleib im Krankenhaus bei älteren PatientInnen im weiter bestehenden Pflegebedarf bei fehlenden Kapazitäten zu ihrer Unterbringung. Das Problembewusstsein für diese Fehlallokationen dürfte jedoch in allen Ländern gestiegen sein. Beim Ausbau von ambulanten Pflegekapazitäten müssen aber auch die Möglichkeiten häuslicher Unterstützung und die zu erwartende Entwicklung der Schwere der Pflegebedürftigkeit bedacht werden.