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Kyphoplastie


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Kyphoplastie ist eine modifizierte Methode der Vertebroplastie bei tumorös oder osteoporotisch bedingten Wirbelkörperkompressionsfrakturen. Wie die Vertebroplastie ist auch die Kyphoplastie eine perkutane minimalinvasive Operationstechnik. Knochenzement wird in einen durch einen Ballon präformierten Hohlraum des frakturierten Wirbelkörpers appliziert, der Vorteil zur Vertebroplastie ist der geringere Druck bei der Knochenzementapplikation und die dabei gleichzeitig mögliche Aufrichtung des Wirbelkörpers.
Zahlreiche Studien beschreiben eine signifikante Schmerzreduktion für die Patienten nach Kyphoplastie, sowie eine verbesserte Mobilität und kürzerem Krankenhausaufenthalt nach dem Eingriff. Kontrollierte Vergleichsstudien mit Evaluation der Langzeitergebnisse existieren nicht. Eine solche Studie ist im Laufen und soll 2006 Ergebnisse liefern.
Existierende Guidelines (NHS 2003, NICE 2003, ICSI 2003) zur Kyphoplastie sehen die Methode der Kyphoplastie als viel versprechend, schränken ihre Empfehlungen jedoch wegen der mangelnden Evidenz ein. Eine genaue Indikationsstellung, die exakte Schulung der durchführenden Chirurgen, sowie ein intraoperativ eingesetztes Bild gebendes Monitoring sind Voraussetzungen für das Gelingen der Kyphoplastie. Über Langzeiteffekte gibt es keine Aussagen, die längste Studie untersucht Patienten bis 12 Monate nach der Operation.
Existierende Guidelines (CCE 2002, CCOHTA 2002, ICSI 2003) zur Vertebroplastie sehen auch ungenügende Evidenz für den Rückschluss, dass die perkutane Vertebroplastie eine sichere und effektive Methode in der Behandlung osteoporotisch bedingter Wirbelkompressionsfrakturen ist. Es gibt keine prospektiven Studien über Sicherheit und Langzeit-Effektivität.
Der HTA Report der Blue Cross Blue Shield Association aus dem Jahr 2004 sieht die vorhandene Evidenz für die Kyphoplastie als unzureichend an, Schlussfolgerungen über den Nutzen der Kyphoplastie an sich und im Vergleich zu alternativen Behandlungen können nicht gezogen werden.
Der HTA Report des Medical Advisory Secretariat sieht die Kyphoplastie als Alternative zur Vertebroplastie, allerdings mit einem Empfehlungsgrad Level 4.
Lediglich der HTA Report der Schweizer Federal Commission for Services of the Health Insurance Scheme befürwortet die Methode der Kyphoplastie unter den Einschränkungen der genauen Indikationsstellung, der Durchführung durch einen geschulten Experten und dem Hinweis auf ungenügende Langzeitevidenz. Die Methode der Durchführung dieses HTA Reports entspricht jedoch nicht der gängigen Praxis.