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Biofeedback


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Die Frage nach der Evidenz für Biofeedback erfordert starke Eingrenzung, da das Themenfeld umfassend und Biofeedback in verschiedenen Formen und bei verschiedenen Beeinträchtigungen eingesetzt wird. Es wurde daher ein erster genereller und sehr oberflächlicher Überblick über die Bereiche erstellt, auf die weitere Fragen eingegrenzt werden können.
288 Reviews zum Thema Biofeedback wurden auf Abstractebene gelesen und diejenigen in die Übersicht inkludiert, die im Abstract über den Einsatz von Biofeedback berichten.
Aufgrund der Studienlage wurden Kategorien für die Themen Schlaganfall, kardiovaskuläre Erkrankungen, Defäkationsstörungen, Schmerzen, neurologische und psychische Beeinträchtigungen und sonstige Störungen gebildet.
Für den Einsatz von Biofeedback in der Rehabilitation nach Schlaganfall besteht Uneinigkeit hinsichtlich der Wirkung zur Verbesserung von Bewegungsfunktionen.
Für den Einsatz bei der Behandlung verschiedener kardiovaskulärer Erkrankungen existieren sehr zurückhaltende Aussagen.
In der Behandlung von Defäkationsstörungen finden sich widersprüchliche Aussagen, generelle Kritik an der Methodik der inkludierten Studien, sowie die Erwähnung der psychischen Komponente für diese Behandlungsspezifität.
Für die Schmerzbehandlung gibt es generelle Empfehlung für den Einsatz von Biofeedback vor allem hinsichtlich der Umpolung des SchmerzLernGedächtnisses, wenngleich auch hier methodische Kritik anklingt und die Mitarbeit des Patienten als Voraussetzung thematisiert wird.
Für den Bereich neurologischer Behandlung, vorwiegend in der Epilepsiebehandlung, findet sich widersprüchliche Evidenz, qualitativ hochwertige Reviews (Cochrane) berichten wenig bis gar keine wissenschaftliche Beweisbarkeit.
In der psychischpsychiatrischen Behandlung wird Biofeedback als Möglichkeit zur Selbstkontrolle des Patienten gesehen, hierbei wird der Glaubensund Placeboeffekt thematisiert und als durchaus nutzbar erkannt, und zwar sowohl beim Patienten als auch beim Arzt.
Für verschiedene weitere Einsatzgebiete (Fibromyalgie, Kiefersperre, etc.) wird Biofeedback als „besser als Placebo“ beschrieben, mit positiven Tendenzen und keiner klaren Evidenzaussage.
Generell kann nach diesem ersten groben Überblick gesagt werden, dass Biofeedback sehr unterschiedlich eingesetzt wird und vor allem bei Beeinträchtigungen mit stark psychischer Komponente seinen Wirkungsbereich findet. Es scheint jedenfalls eine Möglichkeit darzustellen, Patienten zu unterstützen, für deren Leiden keine andere gesicherte wirksame Therapie existiert und die dennoch nicht allein gelassen werden können.