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Stoßwellentherapie bei Tendinosis calcarea, Fasciitis plantaris, Epicondylitis humeroradialis


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Die Ergebnisse der Metaanalyse zeigen einen leichten Vorteil der ESWT gegenüber Placebobehandlung für die Schmerz- und / oder Funktionsverbesserung. Sämtliche Studien berichten positiven Erfolg der ESWT Behandlung, die einzige Studie mit größerer Patientenzahl findet keinen Unterschied (Haake 2003, UE).
Generell weisen die Studien methodische Mängel auf, die inkludierten Teilnehmerzahlen sind durchwegs gering mit um die 20-60 Patienten pro Gruppe. Powerberechnungen wurden nur in zwei Studien durchgeführt (Haake 2003, Rompe 2003), die eine inkludierte 128 Patienten, die andere berichtet eine errechnete Power von 80% bei einer Gruppengröße von je 17 und inkludierte 39 Patienten. In einer weiteren Studie wurde von der Durchführung einer Power Analyse berichtet, diese jedoch nicht näher erläutert (Pleiner 2004).
Die Randomisierung der Studien wird zwar durchwegs berichtet, die Art der Randomisierung meist nicht. Auch die Verblindungen sind teilweise unklar. In der Qualitätsbeurteilung erreichen nur vier der 15 Studien einen Wert von 7,8 oder 9 von 11, die anderen elf Studien bleiben bei Werten von 0-5.
Die Energiestärke der ESWT Behandlung variiert ebenfalls in den inkludierten Studien zwischen 500 und 5000 Impulsen und zwischen 0,08 und 4,5 mJ/mm2 für die Therapiegruppe. Die Energiedichte erklärt jedoch keine Ergebnisunterschiede (R2 0,0081, siehe Anhang 2). Interessant ist ebenfalls, dass Energien von 0,06 bzw. 0,07 (Pleiner 2004, Rompe 1998) auch als Placebo-ESWT genutzt werden.
Insgesamt wurden 15 Studien in die Metaanalyse inkludiert, die eine Behandlung mit ESWT versus Placebo (oder einer anderen Behandlung) nach (mindestens) 6 Monaten Follow up vergleichen, 5 Studien mit Indikation Plantar fasciitis (untere Extremität – UE) und 10 Studien mit Indikation Tendinosis calcarea der Rotatorenmanschette oder Tennisellbogen (obere Extremität, OE).
Für die Schmerzverbesserung zeigt die Metaanalyse ein RR gesamt von 1:1,71 (Bereich 0,88 – 34,35) zugunsten der Stoßwelle. Geteilt nach oberer Extremität und unterer Extremität ist die Schmerzverbesserung bei Behandlung der oberen Extremität mit einem RR von 1:2,05 (Bereich 0,88 – 34,35) und bei Behandlung der unteren Extremität einem RR von 1:1,51 (Bereich 0,17 – 31,29) verschieden. Die relative Wahrscheinlichkeit einer Schmerzverbesserung mit ESWT Behandlung ist nach (mindestens) 6 Monaten 1:1,71.
Hinsichtlich Funktionsverbesserung favorisiert die Metaanalyse die ESWT mit einem RR von 1:1,83 gesamt, einem RR von 1:3,47 (Bereich 1,31 – 89) bei der Behandlung der OE, und einem RR von 1:1,33 (Bereich 1,06 – 5,49) bei der Behandlung der UE.
Die absolute Wahrscheinlichkeit für eine Schmerzverbesserung (die nach 6 Monaten noch besteht) durch die Behandlung mit ESWT beträgt 26% (Bereich – 0,04 – 0,92).
Für die Schmerzverbesserung bei Behandlung der OE beträgt die absolute Wahrscheinlichkeit (RD) 26% (Bereich -0,04 – 0,68), bei Behandlung der UE 25% (Bereich 0,05 – 0,92)
Die absolute Wahrscheinlichkeit für eine Funktionsverbesserung (die nach 6 Monaten noch besteht) durch die Behandlung mit ESWT beträgt 33% (Bereich 0,05 – 0,98). Für die OE ist die AR zur Funktionsverbesserung 50% (Bereich 0,16 – 0,98), für die UE 18% (Bereich 0,05 – 0,47).
Um eine Schmerzverbesserung an OE oder UE durch die ESWT zu erzielen (NNT) müssen 4 Patienten behandelt werden, um eine Funktionsverbesserung zu erzielen müssen 3 Patienten behandelt werden (OE 2, UE 6), um einen zufriedenen Patienten zu erreichen, müssen 7 Personen behandelt werden, und um bei einem Patienten eine Schmerz- und Funktionsverbesserung zu erzielen, müssen 7 Patienten behandelt werden.
Die Ergebnisse der Metaanalyse sind mit großer Vorsicht zu interpretieren, da die Studien erhebliche qualitative Mängel hinsichtlich des Studiendesigns aufweisen, es besteht daher Unsicherheit bezüglich der Wirksamkeit der Methode. Es stellt sich die Frage nach der Zweckmäßigkeit eines Verfahren derartiger Intensität mit absoluten Chancen auf Erfolg von 26% für Schmerzreduktion, von 33% (18% UE, 50% OE) für Funktionsverbesserung, und von 31% für Funktions- und Schmerzverbesserung, bei einer Notwendigkeit 3 bis 7 Patienten zu behandeln, um bei einem Patienten einen Erfolg zu erzielen.