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Sklerotherapie


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Die Behandlung der Varikose oder auch Varikosis (Krampfadern) hat das Ziel, den venösen Reflux (Rückfluss) zu beseitigen. Dies geschieht durch den Verschluss derjenigen Venen, in denen ein solcher Reflux stattfindet und damit das Blut versackt (anstatt in die Hauptvenen zu gelangen und zum Herzen zurücktransportiert zu werden). Der Verschluss (bzw. der Ausschluss des Reflux) kann durch die Entfernung der betroffenen Venen (Stripping OP), mittels eines Sklerosans (flüssig oder Schaum), thermisch (Laserobliteration, Radiofrequenzablation) oder mittels Ligation (Abbinden)
erfolgen. Hauptvoraussetzung der chirurgischen Sanierung der (primären) Varikose ist die nachgewiesene Durchgängigkeit und Funktionalität des tiefen Venensystems.
Die Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Varikose erfolgt nach dem

Entstehungsgrund:


  • primär: Erdanziehungskraft, genetische Disposition, Venenschwäche
  • sekundär: (tiefe) Venenerkrankungen (z. B. tiefen Beinvenenthrombose), Entstehung eines Umgehungskreislaufs über das oberflächliche Venensystem.


Der Schweregrad der Varikosis wird bestimmt durch die Höhe des Reflux und des Venendurchmessers.
Aufgrund der derzeitigen Evidenzlage kann keine Empfehlung abgegeben werden, welche Behandlungsform (Sklerotherapie oder Stripping Operation) bei primärer Varikose vorzuziehen ist. (Rigby 2004, Belcaro 2003, LBI HTA 2004).
Für die Sklerosierungstherapie sind die berichteten Ergebnisse nach Schaumsklerosierung besser als nach Sklerosierung mit flüssigem Sklerosans. (Rabe 2008, Rao 2005, Hamel-Desnos 2003)
Der Schweregrad der Varikose und die Art der bereits erfolgten Behandlung bestimmen Auswahl und Erfolg der Therapieform. So ist bei primärer Varikose mit geringerem Venendurchmesser als 1st Line Therapie die Sklerotherapie wirksam, bei sichtbaren Stamm- und Seitenvarizen und höherem Venendurchmesser jedoch umstritten. (Tisi 2006, LBI HTA 2004, Barett 2004) Die Evidenz unterstützt den gegenwärtigen Platz der Sklerotherapie in der klinischen Anwendung, die üblicherweise limitiert ist auf die Behandlung der Krampfadern nach erfolgter Operation, und bei oberflächlichen Venen (Tisi 2006).

Die Erfolgsdauer der Behandlung wird für die

  • Operation (Stripping) mit 55% (10 Jahre, Belcaro 2003) bis 92% (2 Jahre, de Roos 2003),
  • Ligations OP mit 64,5% (4 Jahre, Miazaki 2005) bis 66% (10 Jahre, Belcaro 2003),
  • Sklerotherapie mit Schaum zwischen 44% (10 Jahre, Belcaro 2003) und 84% (3 Wochen, Hamel-Desnos 2003),
  • Sklerotherapie mit flüssigem Sklerosans zwischen 27% (3 Monate, Rabe 2008) und 40% (3 Wochen, Hamel-Desnos 2003)


angegeben.

In die Entscheidung für die jeweilige Methode sollte der Schweregrad der Varikose, der Vorteil der minimalen Invasivität (Sklerotherapie) gegenüber der OP, und das Risiko von Komplikationen (allergische Reaktionen auf Sklerosans; Blutungsrisiko bei OP) entsprechend abgewogen werden.