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Ketogene Diät bei pharmakoresistenter Epilepsie


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Methodik
Es wurde eine systematische Literaturrecherche nach Metaanalysen und systematischen Reviews zur Effektivität der ketogenen Diät bei Kindern mit therapieresistenter Epilepsie in den Datenbanken von Pubmed/ MEDLINE, Cochrane Database und CRD (Centre for Reviews and Dissemination) durchgeführt und ein Studien-Update für die Jahre nach Publikation der aktuellsten Übersichtsarbeit angeschlossen (Zeitraum überlappend). Weiters erfolgte eine manuelle Suche in den Quellenverzeichnissen relevanter Literatur und nach derzeit laufenden Studien bei ClinicalTrials.gov und Current Controlled Trials Ltd. Nach Auswahl der Primärstudien nach in der Arbeit dargestellten Kriterien wurde eine formale und inhaltliche Synopsis erstellt und in weiterer Folge eine Bewertung der Zielgröße vorgenommen.

Ergebnisse

Es wurden 4 prospektive Studien und ein RCT als relevant identifiziert.
Es deuten sowohl die prospektiven Studien (ohne Kontrollgruppe; bei 55-79% der Kinder) als auch ein RCT (bei 38% der Kinder) auf eine Reduktion der Anfallshäufigkeit von 50% nach 3 Monaten mit ketogener Diät hin. Es sind jedoch die Ergebnisse aufgrund von geringer Studienzahl, geringer Evidenzgüte (großteils Studien ohne Vergleichsarm), fehlender Verblindung und meist geringer Fallzahl mit Vorsicht zu interpretieren. Nebenwirkungen waren vorhanden und wurden dokumentiert.

Schlussfolgerung
Für Kinder mit schwer zu behandelnder, therapieresistenter Epilepsie kann die ketogene Diät bei mehr als einem Drittel der Patienten eine effektive ergänzende Therapieoption sein. Für Säuglinge sind Spezialprodukte für eine altersadäquate Ernährung erforderlich. Es besteht in diesem Fall kein zusätzlicher Bedarf an Mikronährstoffen. Sobald das Kind Breikost oder Normalkost essen kann, ist die Durchführung der ketogenen Diät mit herkömmlichen Nahrungsmitteln möglich. Allerdings sollten dann ergänzend kohlenhydratfreie Mikronährstoffpräparate nach ärztlicher Verordnung für die Dauer der Diät (max. 3 Jahre) eingenommen werden. Darüber hinaus kann bei Vorliegen einer Schluckstörung, Nahrungs- oder Flüssigkeitsverweigerung vorübergehend eine kohlenhydratarme Sondennahrung verordnet werden.