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Mammasonographie


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In der Literatur hat die Mammasonographie als alleinige Screeninguntersuchung in der Früherkennung von Brustkrebs bis auf wenige seltene Ausnahmen keinen Stellenwert. Mammasonographie wird hauptsächlich als weiterführende Untersuchung nach einer Mammographie eingesetzt.
Mammographie ist die beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs und in Folge für ein verbessertes Überleben. In der Praxis findet sich eine beträchtliche Variabilität in der Interpretation von Screening Mammogrammen. Insbesondere falsch positive Raten werden als relevantes Problem der Mammographie genannt, die zu weiterführenden Untersuchungen führen. Ziel der Mammographie ist die Krebserkennung mit einer hohen Sensitivität, aber dieses Ziel wird idealerweise mit einer akzeptablen Recallund Biopsierate erreicht. Es ist allgemein anerkannt, dass eine genügende Untersuchungsanzahl und Erfahrung, gemeinsam mit kontinuierlicher Fortbildung nötig ist, um diese scheinbar entgegengesetzten Ziele zu erreichen.
In Österreich existiert kein bundesweit einheitliches qualitätsgesichertes Screeningprogramm, es erfolgt weitgehend ein so genanntes graues Screening und es gibt keine verlässlichen Zahlen, wie viele Screening Mammographien tatsächlich durchgeführt werden.
"Recall Rate” ist definiert als Prozentsatz von (Mammographie) Screeninguntersuchungen, bei denen eine weitergehende Untersuchung vom Radiologen empfohlen wird. In der Literatur wird ein Prozentsatz von Recall Raten von 2,2% bis mehr als 20% angegeben. Eine Rate von zusätzlichen bildgebenden Verfahren von unter 5% wird in der Europäischen Leitlinie zur Qualität im Brustkrebsscreening8 als Indikator für die Prozessqualität angeführt.
Die Relation der Mammasonographien zu Screening Mammographien in Österreich könnte, je nach getroffener Annahme, zwischen 38% und 84% liegen. Diese Prozentsätze entsprächen der so genannten Recall Rate, das heißt in 38% bis 84% wurde nach einer Screening Mammographie eine weitergehende Untersuchung, nämlich eine Mammasonographie, durchgeführt.
Der hohe Prozentsatz von Mammasonographien in Kombination mit Mammographie in Österreich unterstreicht jedenfalls die Notwendigkeit eines qualitätsgesicherten Screenings.