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CRP-Messung bei respir. Erkrankungen im niedergelassenen Bereich


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Methodik
Es wurde eine systematische Literaturrecherche nach kontrollierten, prospektiven Studien, Metaanalysen und systematischen Reviews in den Datenbanken von Pubmed/MEDLINE, Cochrane Database und CRD (Centre for Reviews and Dissemination) durchgeführt. Weiters erfolgte eine manuelle Suche in den Quellenverzeichnissen relevanter Literatur. Nach Auswahl und Qualitätsbewertung der Primärstudien gemäß den dargestellten Kriterien wurde eine formale und inhaltliche Synopsis erstellt und in weiterer Folge eine Bewertung der Zielgröße (Antibiotika-Verschreibungsrate) vorgenommen.

Ergebnisse
3 RCTs und eine (kontrollierte) Beobachtungsstudie wurden als relevant identifiziert. Eine Metaanalyse war aufgrund großer Heterogenität in klinischen Charakteristika und methodischer Qualität nicht durchführbar.
Ein großer RCT konnte keinen signifikanten Unterschied in der Antibiotika- Verschreibungsrate der niedergelassen Ärzte bei Patienten mit Erkrankungen des Respirationstraktes mit oder ohne vorliegendem CRP-Testergebnis erkennen, 2 kleine RCTs und auch eine Beobachtungsstudie stellten einen statistisch signifikanten Effekt bei Durchführung eines CRP-Schnelltests auf die Antibiotika- Verschreibungsrate (Reduktion) fest.
Auf Basis der RCTs liegt die Wahrscheinlichkeit, dass einer Person kein Antibiotikum verordnet wird nach Durchführung eines CRP-Schnelltests, bei 14% (ARR=0,14), das heißt 7 Personen müssen einen CRP-Test erhalten, damit eine Antibiotikum- Verordnung verhindert werden kann.

Schlussfolgerung
Die Evidenz ist widersprüchlich, ein Trend in Richtung reduzierte Antibiotika- Verschreibungsrate bei Vorliegen eines CRP-Testergebnisses ist erkennbar.
Damit die Durchführung eines CRP-Schnelltests in der niedergelassenen Praxis zweckmäßig ist, werden Einschulung in der Durchführung sowie Definition und Interpretation der CRP-Grenzbereiche empfohlen. Die Aussagekraft des Messergebnisses bei Kindern ist umstritten.