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Laseriridotomie


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Der akute Glaukomanfall oder Kammerwinkelverschluss am Auge ist eine Notfallsituation, bei der aufgrund einer Verengung oder des Totalverschlusses des Winkels zwischen Iris und Hornhaut der innere Augendruck dramatisch ansteigt und neben Schmerzen und akuter Sehbeeinträchtigung in weiterer Folge und bei Nichtbehandlung zur Erblindung führen kann. Diese Situation kann in Zusammenhang mit einem Glaukom auftreten, muss aber nicht. Nach einer solchen akuten Verschlusssituation kann sich in weiterer Folge ein chronisches Glaukom entwickeln.
Nach medikamentöser Stabilisierung der Akutsituation als Erstmaßnahme ist das Ziel, eine Wiederholung der Akutsituation zu verhindern. Winkelöffnung oder – erweiterung wird mittels verschiedener Operationstechniken erreicht, eine davon ist die Iridotomie – chirurgisch oder mittels Laser. Damit wird eine Verbesserung der Kammerwasserpassage von der Hinterkammer in die Vorderkammer durch Schaffung einer Öffnung in der äußeren Regenbogenhaut (Iris) erwartet. Die Guidelines der European Glaucoma Society empfehlen stufenweise jeweils nach
dem ersten Schritt der medikamentösen Therapie als nächsten Schritt die Iridotomie/Iridektomie bei der Behandlung des Pupillenblocks, die Iridoplastik/Iridotomie bei der Behandlung der Plateau-Iris und die YAG-Laser Kapsulotomie/Vitreolyse bei der Behandlung der Umkehr des Kammerwasserabflusses. Als Therapiestufe 3 findet sich die Trabekulektomie bei Pupillenblock, die Entfernung der Linse bei Plateau-Iris und die Vitrektomie/Entfernung der Linse bei Umkehr des Kammerwasserabflusses.
Laser Iridotomie (LPI) wird als effektive und sichere Behandlung des AAC und AACG (Level A, III)1 empfohlen. Das Prinzip ist die Entfernung der Pupillenblockade. Laser ist günstig (monetär), weniger invasiv, angenehmer, und sicherer als die chrirugische Iridotomie, obwohl Laser mit einer höheren Rate an Kataraktbildung einhergeht. LPI ist als alleinige Therapie eventuell nicht ganz optimal bei Patienten mit weiter fortgeschrittener Erkrankung, bei ihnen kann eine chirurgische Iridotomie bessere Effekte hinsichtlich der IOP Kontrolle erzielen. (Saw et al. 2003; Systematic Review).
Prophylaktische Laser Iridotomie am Zweitauge nach akutem Winkelverschluss an einem Auge wird häufig praktiziert, die Studienergebnisse dazu sind unterschiedlich. Vermehrte Kataraktbildung wird als Komplikation erwähnt, ansonsten gilt die prophylaktische LPI als sicher und erfolgreich.
Personen asiatischer Herkunft sind von akutem Winkelverschluss(-glaukom) deutlich häufiger betroffen als Personen anderer Ethnien.
Der große Anteil an Beobachtungsstudien lässt darauf schließen, dass die Laser- Anwendung zwar bereits entsprechende Verbreitung findet, jedoch - wie bei vielen anderen Techniken ebenfalls zu beobachten - eine Steigerung der Anwenderqualität noch zu erwarten ist.
Generell können auch nach Durchsicht neuerer Literatur die Empfehlungen von Saw (systematic Review aus 2003) als weiterhin gültig betrachtet werden.