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L-Carnitin


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L-Carnitin spielt eine essentielle Rolle im Energiestoffwechsel menschlicher Zellen. Der menschliche Organismus kann L-Carnitin aus den Aminosäuren Methionin und Lysin synthetisieren, nimmt es jedoch hauptsächlich über Fleisch auf. L-Carnitin fällt unter den Begriff der Nahrungsergänzungsmittel, die im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz geregelt sind und ist keine Arzneispezialität.
Das neonatale Respiratory Distress Syndrom (RDS) ist die häufigste Todesursache von Frühgeborenen. Ursächlich für die Ausbildung eines RDS ist der Mangel an pulmonalem Surfactant. Zur pränatalen Stimulierung der Lungenreife und der Surfactantsynthese werden Glucocorticoide eingesetzt. Die Empfehlungen der nationalen und internationalen Leitlinien für eine einmalige Corticoidgabe bei drohender Frühgeburt von 2 mal 12 mg Betamethason im Abstand von 24 Stunden basieren auf mehreren Metaanalysen, die eine Wirksamkeit der Glucocorticoidgabe hinsichtlich Reduktion der Inzidenz und des Schweregrades des Atemnotsyndroms belegen.
In der österreichischen Leitlinie zum Management der drohenden Frühgeburt aus 2005 wird zur präventiven Therapie der Lungenunreife eine antenatale Corticosteroidtherapie empfohlen.
Zur L-Carnitin Substitution zur Lungenreifung bei drohender Frühgeburt findet sich nur eine kontrollierte Studie aus dem Jahr 1993, die eine Reduktion von RDS unter einer Kombinationstherapie von Betamethason und L-Carnitin gegenüber einer alleinigen Betamethasontherapie zeigt. Die Ergebnisse einer Multicenterstudie, die 1996 im Laufen war, wie von Lohninger et al.6 berichtet, liegen nicht vor.
In der Schwangerschaft sinkt der Plasmacarnitinspiegel bis zur Geburt auf die Hälfte der Konzentration von nicht schwangeren Frauen. Die Gründe dafür und die Bedeutung sind nicht bekannt.
Zur Beurteilung eines möglichen Nutzens einer Langzeit - L-Carnitin - Substitution in der Schwangerschaft fehlen verlässliche Daten.