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Endovenöse Lasertherapie bei Stammvarikose


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Methodik
Es wurde April 2011 eine systematische Literaturrecherche nach randomisierten kontrollierten Studien oder systematischen Übersichtsarbeiten in den Datenbanken von Medline/ PubMed, Cochrane Library und CRD und eine manuelle Suche in den Quellenverzeichnissen relevanter Literatur über den Zeitraum 2006-2011 (Update) durchgeführt. Nach Auswahl der Referenzen gemäß den dargestellten Ein- und Ausschlusskriterien wurde eine formale und inhaltliche Synopsis erstellt und in weiterer Folge eine Bewertung der kurz- und langfristigen Effektivität von endovenöser Lasertherapie bei Stammvarikose im Vergleich zu Stripping vorgenommen.

Ergebnisse
2 HTA-Bericht, 2 Metaanalysen und 3 RCTs wurden als relevant identifiziert. Die inkludierten Publikationen waren heterogen hinsichtlich Design, Fallzahl, Intervention (Laserenergie, Begleittherapie, kombinierte Behandlung), Beobachtungszeitraum, untersuchter Endpunkte (Rezidiv, Reflux, gepoolte Erfolgsrate, GSV- Verschlussrate, venöse Symptome, Rekanalisation/ Revaskularisation etc.), daher sind die vorliegenden Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren.
Es konnte sowohl in aktuellen inkludierten Einzelstudien (RCT) als auch in systematischen Übersichtsarbeiten (Metaanalysen und HTA-Berichte) für beide Behandlungsmethoden (EVLT und Stripping mit oder ohne hohe Ligatur) eine hohe klinische Effektivität hinsichtlich Venenverschluss und Linderung der venösen Symptomatik und keine statistisch signifikanten Unterschiede kurzfristig wie langfristig gefunden werden. Genesung und Rückkehr zur normalen Aktivität nach EVLT war signifikant schneller als nach einer operativen Sanierung (EVLT 4 Tage, Stripping 17 Tage). Langzeituntersuchungen weisen nach 2 Jahren eine Erfolgsrate (GSV Verschluss, kein Rezidiv, gepoolte Erfolgsrate) von 77-84% für EVLT auf, für Stripping 63-99% (4 RCTs). Nach 3 Jahren lag die Erfolgsrate nach EVLT bei 93-95%, nach Stripping bei 77-78% (2 Metaanalysen).

Schlussfolgerung
EVLT ist eine komplikationsarme, minimal-invasive Technik zur Ausschaltung pathologischer Refluxe in Stammvenen, die langfristig (3 Jahre) mindestens so effektiv ist wie Stripping, aber nicht mit schweren Komplikationen wie tiefe Beinvenenthrombose, eNervenschäden, Wundinfektionen einhergeht.