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Zuweisungen und Verordnungen beim Arzt künftig elektronisch

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15. Dezember 2017


Zuweisungen und Verordnungen beim Arzt künftig elektronisch

Utl.: Einführung im Laufe des Jahres 2018 - E-Medikation bis Herbst
      2019 in ganz Österreich - Ärztekammer und Hauptverband einigen
      sich auf E-Services =

Wien (APA) - Zuweisungen und Verordnungen beim Arzt können künftig ohne Papierformulare erledigt werden. Im Laufe des Jahres 2018 wird das Elektronische Bewilligungs- und Antragsservice (eBS) eingeführt. Die E-Medikation wird bis Herbst 2019 schrittweise in ganz Österreich ausgerollt. Darauf haben sich Ärztekammer und Sozialversicherungs-Hauptverband verständigt. Das Gesundheitsministerium gab dazu sein Okay.

Mit eBS können Zuweisungen und Verordnungen von Ärzten über das E-Card-System zu hundert Prozent elektronisch durchgeführt werden. In einem ersten Schritt werden Leistungen wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Nuklearmedizinische und Humangenetische Untersuchungen, Klinisch-psychologische Diagnostik und Knochendichtemessungen über eBS abgewickelt. Bis Ende des Jahres 2018 werden alle Vertragsärzte das System verwenden.

Der Patient benötigt nur mehr die E-Card. Der Arzt schickt die Daten elektronisch an die Krankenkasse. Der Patient erhält dann eine SMS auf sein Handy oder ein E-Mail oder optional auch noch einen Ausdruck mit einem eindeutigen Antragscode. Dieser dient als Schlüssel zur elektronischen Zuweisung bzw. Verordnung und der Patient kann damit sofort einen Termin für die erforderliche Untersuchung vereinbaren. Das Gesundheitsinstitut bzw. Krankenhaus, das die Untersuchung durchführt, kann mit dem Code und der Sozialversicherungsnummer des Patienten auf die elektronische Zuweisung zugreifen und erhält so auch gleich alle wichtigen Informationen, die es braucht.

Über das Internetportal der Sozialversicherung ("MeineSV") können die Zuweisungs- bzw. Verordnungsinhalte vom Patienten selbst online abgefragt werden. Nach Abschluss des Bewilligungsverfahrens wird der Patient automatisch über SMS oder E-Mail über das Ergebnis informiert. Auf Wunsch erhält der Patient vom zuweisenden Arzt aber auch noch jederzeit einen Ausdruck in Papierform.

Einen fixen Zeitplan haben Hauptverband und Ärztekammer auch für die E-Medikation vereinbart, am Freitag unterzeichnete die scheidende Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) die entsprechende Verordnung. In Vorarlberg erfolgt der Rollout schon im Jänner 2018, und ab Februar werden die niedergelassenen Vertragsärzte und Apotheken das System verwenden. Von 8. März bis 10. Mai folgt die Steiermark. Kärnten soll bis 14. Juni die E-Medikation eingeführt haben, Tirol bis 18. Oktober und Salzburg bis 22. November. Im Jahr 2019 folgen dann Oberösterreich bis 28. Februar, Niederösterreich bis 6. Juni, das Burgenland bis 20. Juni und den Abschluss bildet Wien bis 19. September.

Mit der E-Medikation werden vom Arzt verordnete und in der Apotheke ausgegebene Medikamente in der sogenannten E-Medikationsliste für ein Jahr gespeichert. Zudem ist es Patienten möglich, auch rezeptfreie Arzneimittel in die Liste aufnehmen zu lassen. Ärzte und Apotheker sehen damit beim Stecken der E-Card auf einen Blick die Medikamente des Patienten und können etwaige unerwünschte Wechselwirkungen erkennen. Für die Patienten ändert sich damit, dass sie nicht nur beim Arzt, sondern auch in der Apotheke die E-Card stecken lassen. Sie bekommen für neue Präparate vom Arzt einen Code, der in der Apotheke gescannt wird, womit die Abgabe des Arzneimittels in der E-Medikation gespeichert wird.

Für Krankentransporte wird es statt eines Antragsformulars künftig einen elektronischen Transportschein (eTS) geben. Dieser funktioniert ähnlich wie der eBS. Patienten müssen sich nicht mehr persönlich um die Beantragung kümmern, es funktioniert elektronisch über den Arzt bzw. das Spital.

Bis Mitte 2018 wollen Hauptverband und Ärztekammer Rahmenbedingungen für weitere e-Services erarbeiten. Dabei geht es insbesondere um das e-Rezept, den e-Impfpass und den e-Mutter-Kind-Pass, die in den nächsten drei bis fünf Jahren umgesetzt werden sollen.

Auch technisch wird dafür vorgesorgt. Die Datenübertragung im E-Card-System erfolgt über das Gesundheits-Informationsnetz (GIN) für Ärzte und Apotheken sowie über das eHI-Net für Krankenanstalten. Um den Anforderungen für diese neuen Services Rechnung zu tragen, wird die Bandbreite im GIN-Zugangsnetz erhöht. Nur berechtigte Anwender im Gesundheitsbereich wie Ärzte, Krankenhäuser oder Apotheken haben darauf Zugriff.

 (Schluss) mk/ham/jul

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