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Bericht: Primärversorgung Älterer

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Einleitung
Zur medizinischen Versorgung durch Fachärzte und Ärzte der Allgemeinmedizin älterer Personen (ab 60 Jahre) in Österreich gibt es unterschiedliche Fragestellungen und Diskussionen basierend auf unterschiedlichen Datenquellen. Im vorliegenden Projekt werden GAP-DRG Daten des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger für 2006 und 2007 analysiert. Dabei wird auch auf den sozioökonomischen Status-Index (SÖS) Bezug genommen und Ergebnisse aus dem vorhergehenden dexhelpp Projekt Leistungen der Allgemeinmedizin [1] inkludiert.


Methode

Anhand von vier definierten Fragestellungen werden strukturgleiche Datenerhebungen basierend auf dem vorgehenden dexhelpp Projekt durchgeführt und um Auswertungen unterteilt nach Altersklassen sowie zu SÖS-Gruppen ergänzt. Fragestellungen: (1) Steigt die Inanspruchnahme der Allgemeinmedizin zwischen 70 und 80 Jahren an? (2) Ist die Kontaktzahl nach Regionen deutlich unterschiedlich? (3) Ist die Inanspruchnahme von Fachärzten bei Personen älter als 60 Jahre sinkend oder niedriger als bei Personen jünger als 59 Jahre? (4) Ist die Inanspruchnahme von Fachärzten und Ärzten der Allgemeinmedizin nach SÖS-Gruppen unterschiedlich? Für (1) werden die Anzahl der Leistungen und Personen pro Honorarordnungs-Position und Altersklasse unter Berücksichtigung von Mortalitätsdaten pro 10.000 Einwohner untersucht. Für (2) wird die Anzahl der Kontakte pro 10.000 Einwohner pro Facharzt-Cluster (Facharzt-Cluster siehe Tabelle 1)) pro Versorgungsregion und Jahr untersucht. Für (3) wird ein direkter Vergleich mit den Ergebnissen des vorhergehenden Projektes für Fachärzte der Inneren Medizin und der Frauenheilkunde angestellt, wobei Kontakte und Leistungen der Personen unter 59 Jahren mit jenen von Personen über 60 regional und pro Quartal verglichen werden. Für (4) werden die Kontakte und Leistungen pro Facharzt-Cluster pro Jahr über die unterschiedlichen SÖS-Gruppen verglichen.


Ergebnisse
(1) Für einen Großteil der Leistungen konnte für die Anzahl an Patienten dargelegt werden, dass die Inanspruchnahme der Allgemeinmedizin im Alter zwischen 70 und 80 Jahren steigt und mit höherem Alter wieder abnimmt. Für Personen, die 2007 verstorben sind und für Leistungen in dem Jahr vor ihrem Ableben ist dies nur bedingt ersichtlich. (2) Die Kontaktzahl ist für diverse Fachgebiets-Cluster tatsächlich regional unterschiedlich. (3) Die Inanspruchnahme von Ärzten der Frauenheilkunde ist bei unter 59-jährigen gleich wie bei über 60-jährigen, die Inanspruchnahme von Fachärzten der Inneren Medizin ist bei unter 59-jährigen niedriger als bei über 60-jährigen Personen. (4) Die Anzahl der Kontakte und Leistungen ist pro Fachgebiets-Cluster und unterteilt nach SÖS-Gruppen annähernd gleich. Einzige Ausnahme bildet die Innere Medizin, hier ist die Anzahl bei SÖS-Gruppe 1 (SÖS <1,61 – geringe sozial bedingte Gesundheitsbelastung) um einiges höher.


Conclusio und Ausblick

In diesem Projekt konnte gezeigt werden, dass bisher entwickelte Methoden aus vorhergehenden dexhelpp Projekten für ähnliche Fragestellungen einfach reproduziert und integriert werden können. So konnte die gleiche Abfrage zur Datenerhebung aus dem Projekt Leistungen der Allgemeinmedizin – Task: Visualisierungen [1] einfach auf eine andere Menge an Personen (anstelle aller Altersklassen, nur die 60 Jahre oder älteren) und neue Fachgruppen angewandt werden. Weiters wurden die Ergebnisse aus diesem und dem vorhergehenden Projekt direkt verglichen. Darüber hinaus wurde eine neue Zuordnung von Regionen integriert: anstelle der Zuordnung zu Patienten erfolgt die regionale Einteilung basierend auf den Vertragspartnern selbst.