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Leistungsdichte und Versorgungswirksamkeit hinsichtlich der Versorgungsaufträge

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Ziel des vorliegenden Projektberichts war es, die Leistungsdichte und Versorgungswirksamkeit im Zusammenhang mit den Versorgungsaufträgen im niedergelassenen Bereich zu untersuchen. Als Grundlage für diese Ist-Stand Analyse der Leistungsdichte und Versorgungswirksamkeit dienen die Abrechnungsdaten der österreichischen Sozialversicherung (SV). Es handelt sich dabei um die zuletzt verfügbaren KAL-Daten (Katalog ambulanter Leistungen) des Kalenderjahres 2014, wobei die Darstellung der Leistungen ausschließlich „zielbezogen“ erfolgt, d.h. bezogen auf den Standort des Leistungserbringers. Für die Beschreibung des Leistungsspektrums im ambulanten Bereich wurde die aktuellste Version der Leistungsmatrix – ambulant (LM-amb) der Versorgungsaufträge herangezogen. 

Dabei ging es insbesondere um die Fragestellungen, welche KAL-Leistungen im Jahr 2014 insgesamt erbracht wurden und wie diesbezüglich die Verteilung nach Anatomie- bzw. Fachbereich aussieht. Zudem wurde untersucht, welche Versorgungsaufträge insbesondere für den Fachbereich Allgemeinmedizin (FG01) definiert und im Jahr 2014 tatsächlich erbracht bzw. abgerechnet wurden und wie „versorgungswirksam“ diese sind.


Ergebnisse: In den Abrechnungsdaten der SV finden sich insgesamt 464 verschiedene Leistungs-Codes. Über alle Fachgruppen hinweg wurden im Jahr 2014 rund 316.879.844 Leistungen abgerechnet. Insgesamt konnten 46 verschiedene Fachbereiche den jeweiligen KAL-Codes zugeordnet werden. Dabei zeigt sich, dass der KAL Code ZZ510 („Kontakt in der Ordination während der Öffnungszeit“) mit rund 75,5 Millionen am häufigsten abgerechnet wurde. Insgesamt sind die häufigsten 20 KAL-Codes für rund 65% der Leistungsanzahl verantwortlich. 78% der Leistungen (mit einer Anzahl von rund 248.287.315 Leistungen) kommen aus dem Anatomiebereich „Z“ („Topographische Regionen, ohne Lokalisation“). Differenziert nach Fachgruppe rangiert der Arzt für Allgemeinmedizin (AM) mit über 100 Millionen abgerechneten Leistungen und rund 32% an oberster Stelle.

Bei näherer Betrachtung der FG01 der Allgemeinmedizin zeigt sich, dass von dieser Fachgruppe insgesamt 247 verschiedene KAL-Codes abgerechnet wurden. Die Leistung ZZ510 („Kontakt in der Ordination während der Öffnungszeit“) dominiert auch in der AM. Bei rund der Hälfte aller Leistungen aus den Top 20 im Bereich der AM handelt es sich um Laborpositionen. Die LM-amb für Allgemeinmedizin umfasst insgesamt 73 KAL-Codes, wobei für 26 Leistungen im Jahr 2014 keine Frequenzen aufscheinen. Folgende Gründe konnten für die fehlenden Frequenzen ermittelt werden: (1) Adaption von Leistungen seit dem Auswertungszeitraum und Vergabe neuer KAL-Codes, (2) Aufnahme gänzlich neuer Leistungen in den Leistungskatalog, (3) fehlende Überleitung für einzelne Leistungen von der Metahonorarordnung zu KAL-Codes, (4) keine oder eingeschränkte Leistungszuständigkeit der SV für bestimmte Positionen, (5) andere Gründe aus denen keine Abrechnung mit der SV stattfand. Zudem wurden Kriterien für eine Zuordnung von „versorgungswirksamen“ Allgemeinmedizinern festgelegt. Diese mussten eine regionale Zuordnung aufweisen, eine ausreichende Anzahl an Leistungssummen im Jahr 2014 abgerechnet haben, Visiten durchführen und ein gewisses Leistungsspektrum aufweisen. Insgesamt konnten 4.121 „versorgungswirksame“ Allgemeinmediziner für detaillierte und regionale Analysen identifiziert werden. Die „versorgungswirksamen“ Abrechnungsstellen erbringen (ohne Grund- und Labor-Leistungen) zwischen einer und 52 unterschiedliche KAL-Positionen.