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Vertragsärztinnen und –ärzte in Österreich: Bestandsaufnahme und Analyse


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Zur Gewährleistung einer bedarfsgerechten und qualitätsgesicherten Versorgung erhebt der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger regelmäßig Daten über die Anzahl der Vertragsärztinnen und Vertragsärzte in Österreich, um so ihre zeitliche Entwicklung wiederzugeben sowie die ambulante vertragsärztliche Versorgung bundesweit darstellen und analysieren zu können.

 

Vorliegender Bericht beschäftigt sich mit der Anzahl der Vertragsärztinnen und –ärzte in Österreich, wobei größtenteils auf jene mit einem § 2-Kassenvertrag  eingegangen wird. Im Zuge dessen wird eine retrospektive Datenanalyse sowie eine Literaturrecherche durchgeführt, um nicht nur eine Bestandsaufnahme der sog. § 2-Ärztinnen und Ärzte zu liefern, sondern auch eine Analyse bezogen auf die Dichte, die regionale Verteilung, das Alter sowie das Geschlecht der § 2-Vertragsärztinnen und –ärzte vorlegen zu können.

 

Ende des Jahres 2014 gab es in Österreich 7.208 § 2-Ärztinnen und –Ärzte in der Humanmedizin, die mehrheitlich männlich und zwischen 50 und 64 Jahren alt waren, wobei dies sowohl für die Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzte als auch für das Fachgebiet „Allgemeinmedizin“ sowie für die allgemeinen Fachärztinnen und Fachärzte gilt. Dies ist insofern problematisch, als dass in 10 bis 15 Jahren ein sehr großer Teil der österreichischen Vertragsärztinnen und –ärzte in Pension gehen wird, wodurch in den kommenden Jahren koordinierte Maßnahmen notwendig sein werden, um diesem Trend entgegenwirken zu können. Abgesehen davon weist Österreich, auch im internationalen Vergleich, eine sehr große Ärztedichte auf und zeichnet sich durch eine gute Gesundheitsversorgung aus, die auch bis in die ländlichen Gebiete reicht. Veränderungen in der Zukunft werden vor allem in der Geschlechteraufteilung der österreichischen Ärzteschaft, die im niedergelassenen Bereich sehr männerdominiert ist, und in der Verteilung der Praxisformen, bei der die Einzelpraxis vorherrschend ist, gesehen. Die Etablierung von neuen Konzepten wie beispielswiese das der Primärversorgung können hierbei jedoch unterstützend wirken.