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Plattformbasiertes Arbeiten in Österreich


Mag. Sylvia Kuba Die Autorin:

Mag. Sylvia Kuba


ist Kommunikationswissenschaftlerin und Programmleiterin für "Digitalisierung" in der Arbeiterkammer Wien sowie Redationsleiterin von blog.arbeit-wirtschaft.at..





KURZFASSUNG


Dieser Beitrag konzentriert sich auf eine neue Form der Arbeitsorganisation: plattformbasiertes Arbeiten. Im Zentrum des Phänomens steht die Onlineplattform, über die zunehmend Güter und Dienstleistungen vermittelt werden. Es werden dabei wesentliche Erkenntnisse über die Plattformökonomie zusammengefasst. Anhand einiger am österr. Markt aktiven Plattformunternehmen werden Funktionsweisen und Gemeinsamkeiten dieses Unternehmenstypus dargestellt. Außerdem werden die Ergebnisse einer Studie über die demografische und soziale Zusammensetzung der österreichischen Crowdworker zusammengefasst.

 

So soll der Leser Antworten auf drei Fragen erhalten: Wie funktionieren Plattformunternehmen? Was sind typische Merkmale ihrer Geschäftsmodelle? Und: Wer arbeitet über Plattformen und welche Tätigkeiten verrichten diese Menschen?

 

Plattformbasierte Arbeit steht wohl noch am Anfang seiner Entwicklung. Die ersten vorliegenden Zahlen zeigen aber, dass es in Österreich bereits angekommen ist.

 

Für eine gesellschaftlich verträgliche Entwicklung des Phänomens scheinen mehrere Aspekte wichtig. Erstens muss über Plattformen arbeitenden Personen Rechtssicherheit über ihre Verträge geboten werden. Mit Hinblick auf die gerade im Bereich der Klickarbeit geringe Bezahlung von plattformbasierter Arbeit muss außerdem begonnen werden, Maßnahmen zu entwickeln, die sicherstellen, dass die Arbeit, die über Plattformen verrichtet wird, fair bezahlt wird. Und ein wesentlicher Baustein in diesem Zusammenhang wird darin zu finden sein, Crowdworkern das Recht auf Organisierung zu gewährleisten. Die Praxis, dass in den bereits erwähnten „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ (AGB) mitunter ein Verbot der Vernetzung mit anderen über die jeweilige Plattform Tätigen vorgesehen ist, erscheint problematisch. Auf den Plattformen selbst gilt es, Mechanismen vorzusehen, die faire Lösungen von Konflikten zwischen der Plattform (etwa in Bezug auf Ratings), den Crowdworkern und den Auftraggebern ermöglichen.

 

Um informierte Entscheidungen treffen zu können, brauchen Entscheidungsträger in der Politik mehr Informationen über die Vorgänge auf Plattformen. Hier gilt es, mehr Transparenz gegenüber der öffentlichen Hand herzustellen.

 

Auf der anderen Seite braucht es auch für Crowdworker selbst mehr Transparenz. Oft ist für sie z.B. nicht ersichtlich, welche Auftraggeber hinter einzelnen Aufträgen stecken. Das erschwert Kommunikation und faire Verhandlungen. Auch in diesem Zusammenhang ist die Schaffung von mehr Transparenz eine Voraussetzung für faire Rahmenbedingungen in der Plattformökonomie.