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Brustkrebs Screening


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Hintergrund

Im Jahr 2014 wurde österreichweit ein organisiertes Brustkrebs-Screening Programm eingeführt, welches das bisherige opportunistische oder graue Screening abgelöst hat. Das opportunistische Screening war ein relativ hochschwelliges Angebot, da ein Arztbesuch für eine Zuweisung zur Mammographie und ein weiterer Arztbesuch beim Radiologen erforderlich waren. Das Brustkrebs-Screening Programm wurde auf Grundlagen gesicherter wissenschaftlicher Nachweise erstellt und umfasst die Organisation der Programm-Teilnahme über die e-card, ein Einladungssystem, die Qualitätssicherung, Dokumentation und Evaluation.

Die Umstellung auf das organisierte Programm hat zu Unsicherheiten bei den Frauen und den Ärzten und Ärztinnen geführt, da über die Medien teilweise andere Informationen als die aus dem Programm kommuniziert wurden.

Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, welches Wissen zu Brustkrebs-Screening bei den Frauen innerhalb der SV besteht und in weiterer Folge die bestehenden Wissenslücken durch Informationsbereitstellung zu schließen.


Methodik

Es wurde eine Befragung unter den SV-Mitarbeiterinnen durchgeführt, um den Informationsstand zum Brustkrebs-Screening Programm zu erheben.

Der Fragebogen beinhaltet Fragen zum Wissensstand (über Screening allgemein, Brustkrebs-Screening und das Brustkrebs-Screening Programm) und statistische Angaben im Single-Choice und Multiple-Choice Verfahren. Für die online-Durchführung wurde das Programm Survey Monkey™ verwendet, der Link zum Fragebogen wurde über die Personalstellen der SV-Träger an die Mitarbeiterinnen verteilt.

Die Zahl der ausgesendeten Mails wurde an den HVB zur Berechnung der Rücklaufquote rückgemeldet.

Die Ergebnisse wurden vom Survey Monkey™ automatisiert erstellt und Grafiken aufbereitet. Weder die durchführende Stelle HVB noch die Personalstellen der Träger können nachvollziehen, wer geantwortet hat und wer nicht, bzw. was geantwortet wurde. Es liegen nur aggregierte Ergebnisse vor, eine Darstellung der Ergebnisse nach den verschiedenen Sozialversicherungsträgern ist daher nicht möglich.


Ergebnisse

Die Befragung führte zu einer Rücklaufquote von 28%, 4270 Antworten wurden ausgewertet.

Die Fragen zu Begriffen und Definitionen zu Screening, Brustkrebsscreening, zur Testgenauigkeit der Mammographie, die allgemeine Frage zum neuen Programm und die Frage zur Einladung als Voraussetzung zur Teilnahme wurden zu 70 bis 90% richtig beantwortet.

Die Fragen zur Schätzung der Inzidenz (Erkrankungsrate), Mortalitätsrate und Überdiagnose durch das Mammographie Screening, sowie die Fragen zum Einlade-Alter wurden zu 40-50% richtig beantwortet.

Die Schätzung, wie viele Frauen (von 1.000) in einem Zehnjahreszeitraum mindestens einen falsch positiven Screening-Befund erhalten (100-199 wäre richtig) wurde nur zu 7% richtig beantwortet, die Frage zum Warum der Einladung bzw. e-card Freischaltung in einer bestimmten Alterskategorie wurde nur zu 10% richtig beantwortet.


Schlussfolgerung

Die Mitarbeiterinnen aus der SV, die bereit waren, den Fragebogen zu beantworten, sind bereits relativ gut informiert über das Brustkrebs-Screening-Programm in Österreich.

Allerdings zeigt sich, dass der Nutzen überschätzt und die Nachteile eines Mammographie-Screenings unterschätzt werden.