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Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESTW)


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Es besteht bis dato bei den untersuchten Indikationen kein einheitlicher Konsens über die Parameter der Behandlung, über Höhe der Energiestufen, Anzahl der Stoßwellen, Intervalle und Zyklen.

 

Wirksamkeit

Aufgrund des schwachen Wirksamkeitsnachweises und des Mangels von Studien mit einer ausreichenden Nachbeobachtungszeit, die die behauptete Sicherheit des Verfahrens belegen könnten, ist die Evidenzlage bei allen untersuchten Indikationen schwach.

Bei PatientInnen mit chronischen plantaren Fersenschmerzen nach erfolgloser konservativer Therapie gibt es Belege für einen Nutzen, da es zu signifikanten Verbesserungen nach Anwendung von hochenergetischer fokussierter als auch die radialer Stoßwellentherapie kommen kann. Unklar ist, bei welchen PatientInnen ein Behandlungserfolg zu erwarten ist (bei 40-50% hilft die Therapie möglicherweise nicht). Kein Anhalt für einen relevanten Nutzen zeigt sich bei Anwendung von niedrigenergetischer fokussierter ESWT.

Aufgrund der limitierten Evidenzlage finden sich derzeit bei Kalkschulter mit chronisch rezidivierenden Beschwerden keine Belege, aber Hinweise, dass die hochenergetische fokussierte und radiale Stoßwellentherapie Schmerzen und Funktionseinschränkungen der PatientInnen möglicherweise lindern kann. ESWT ist bei Subakromialem Impingement-Syndrom nicht wirksamer als eine Scheinbehandlung.

Bei Epicondylitis lateralis, Trochanter-major-Schmerzsyndrom und ausbleibender/ verzögerten Frakturheilung fehlen weiterhin belastbare Studien, die einen Nutzen belegen können. Es gibt Hinweise aus einer rezenten unkontrollierten Studie, dass nach Anwendung von hochenergetischer ESWT die Heilung von atrophen Pseudoarthrosen schlechter ist im Vergleich zu hypertrophen und oligotrophen Pseudoarthrosen.

 

Sicherheit

Bisher wurde von keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet, lediglich (meist bei Anwendung hochenergetischer ESWT) geringfügige und zeitlich begrenzte Nebenwirkungen, meist in Form von Schmerzen bedingt durch die Behandlung, Rötungen der Haut, Bluterguss nach der ersten Behandlung, Petechien, Schwellungen, Brennen. Auch Fälle von Übelkeit, Schwindel, Haarverlust, Parästhesien, Rückenschmerzen, Ödem, Krämpfe, Schlafstörungen werden beschrieben- der kausale Zusammenhang dieser Nebenwirkungen mit Stoßwellentherapie ist jedoch fraglich. Untersuchungen zu Langzeitnebenwirkungen der ESWT lagen nicht vor, obwohl die Methode bereits seit Jahren an PatientInnen erprobt wird.