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ChancenGLEICH macht ÖsterREICH

Soziale Stabilität und Gerechtigkeit ermöglichen die richtige „Schwungkraft“ für wirtschaftliche Prosperität, für Forschung und Entwicklung.

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Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz beim Europäischen Forum Alpbach sprachen Hauptverbandsvorsitzender Alexander Biach, die Gesundheitslandesräte Christopher Drexler aus der Steiermark, Peter Hacker aus Wien, der stellvertretende Diakonie Direktor und Sozialexperte Martin Schenk sowie die österreichische Hürdenläuferin Beate Schrott zum Thema „ChancenGLEICH macht ÖsterREICH“.

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Alle profitieren von einem chancengleichen Zugang zu Gesundheitsleistungen

 

„Durch das Gespräch wollen wir aufzeigen, dass ein gut funktionierendes Gesundheitssystem einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Balance leistet und alle von einem chancengleichen Zugang zu Gesundheitsleistungen profitieren. Besonders wichtig ist es möglichst früh anzusetzen, um gerade bei jungen Menschen den Grundstein für ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein zu legen“, erklärt Alexander Biach, Verbandsvorsitzender im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. „Im Rahmen der Gesundheitsreform wurden gemeinsam mit Bund und Ländern Vorzeigeprojekte wie „Frühe Hilfen“ und „Richtig essen von Anfang an!“ vorangetrieben, um präventiv dort zu handeln, wo es am ehesten nötig ist. So sparen wir dem System auf lange Sicht viel Geld, da viele Krankheitsbilder durch die von uns gesetzten Maßnahmen erst gar nicht entstehen.“

 

Erfolgreiche Umsetzung auf Landesebene

 

Der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler betont: „Gesundheit und das Gesundheitswesen sind essentiell für die Menschen im Land. Wir haben ein sehr gutes System in Österreich, mit Vorbildwirkung für Europa. Es sind aber Reformschritte notwendig, um mit den Anforderungen der Zeit Schritt zu halten. Deswegen haben wir in der Steiermark den Gesundheitsplan 2035 beschlossen, der für alle sozioökonomischen Schichten einen gleichwertigen Zugang zum Gesundheitssystem ermöglichen soll. Nachdem wir mit den Steirischen Gesundheitszielen auch den Grundsatz „Gleiche Chancen für Gesundheit“ beschlossen haben, versuchen wir bei allen Maßnahmen und Projekten darauf zu achten, dass Chancengerechtigkeit in der Bevölkerung hergestellt bzw. verbessert werden kann.“ Als Beispiele nennt Drexler unter anderem die kostenlose Ernährungsberatung und das Kariesprophylaxeprogramm.

 


 

Sport als Positivbeispiel für Chancengleichheit

 

Die österreichische Hürdenläuferin Beate Schrott unterstreicht die Wichtigkeit von Chancengleichheit im Sport: „Wenn es im Sport um Chancengleichheit geht, sind meistens gleiche Start- und Siegchancen im Wettkampf gemeint. Chancengleichheit muss aber auch im Sport deutlich umfassender gedacht werden, als Recht von allen Menschen auf gleiche Lebens- und Sozialchancen. Es ist kein Geheimnis, dass man sich regelmäßig bewegen muss, um rundum gesund zu bleiben. Dass es bei körperlicher Aktivität um mehr geht als nur schlank zu sein, zeigen die weit verbreiteten Bewegungsmangelkrankheiten wie Diabetes, Osteoporose und Arteriosklerose. Deshalb ist es wichtig, bereits frühzeitig anzusetzen, mit dem Ziel gesunde Lebensweise und körperliche Aktivität schon bei Kindern als Gewohnheit zu etablieren, zum Beispiel durch Initiativen wie „Gesunder Kindergarten“ oder „Schule bewegt gestalten“. Denn letzten Endes ist Vorsorge die beste Medizin, was sich auch im volkswirtschaftlichen Nutzen widerspiegelt, von dem wir als Gesellschaft profitieren.

 

Ein chancengleicher Zugang muss auch zukünftig sichergestellt werden

 

Für den Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker ist ein chancengleicher Zugang für die Bevölkerung von großer Bedeutung: „Wir müssen das öffentlich finanzierte Gesundheitssystem in Österreich weiterentwickeln und gemeinsame Finanzierungsmodelle andenken, um die Sachleistungsversorgung nachhaltig zu stärken.“ Hacker plädiert dafür, dass sich alle Verantwortlichen im Gesundheitswesen gemeinsam Gedanken darüber machen, wie sich die Gesundheitsversorgung für die Versicherten verbessern lässt und wie man den Beruf des Kassenarztes weiterhin attraktiv gestalten kann. „Die Kassenärzte einerseits und die Ambulanzen und Stationen der Spitäler andererseits sind die zentralen Säulen des öffentlichen Gesundheitswesens. Die Bevölkerung erwartet sich zu Recht, dass diese Bereiche serviceorientiert funktionieren“, so der Wiener Gesundheitsstadtrat.

 

Chancengleichheit geht uns alle etwas an

 

Der Sozialexperte der Diakonie, Martin Schenk, unterstreicht abschließend: „Mehr Chancengleichheit führt zu einem Zugewinn an Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO formuliere es folgendermaßen: „Menschen, die mit Unsicherheit, sozialer Ausgrenzung und Deprivation konfrontiert sind, sind vermehrt Krankheitsrisiken ausgesetzt. Die Finanz-, Sozial- und Bildungspolitik ist daher so zu gestalten, dass eine nachhaltige Reduzierung gesundheitlicher Chancenungleichheit erreicht wird.“ Eine effektive Gesundheitsförderung macht sich stark für ein gutes soziales Netz, das uns stützt und schützt. Denn: Wer das soziale Netz zerschneidet, gefährdet die Mitte. Die untere Mittelschicht ist dort am meisten von Abstieg bedroht, wo der Sozialstaat geschwächt und abgebaut wurde. Sozialleistungen tragen entscheidend zum sozialen Ausgleich bei und wirken armuts- und krankheitspräventiv. Sie reduzieren die Armutsgefährdung von 44% auf 14%. Am stärksten wirken Arbeitslosengeld, Notstands- und Mindestsicherung sowie Wohnbeihilfe und Pflegegeld. Die Mitte ist dort weniger gefährdet, wo es ein starkes Netz sozialer Sicherheit gibt.“

 

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall-und Pensionsversicherung Österreichs. Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,5 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige).