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Teambasierte Primärversorgung

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Am 1. Oktober 2018 erfolgte der Startschuss für die erste Primärversorgungseinheit (PVE) in Niederösterreich. Das „Zentrum für medizinische und soziale Nahversorgung“ in Böheimkirchen ist damit das erste PVE in der unmittelbaren Umgebung der Bundeshauptstadt. Bis zum Jahr 2021 sollen österreichweit insgesamt 75 solcher Primärversorgungseinheiten entstehen und damit die medizinische und therapeutische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Um die hohe Erwartungshaltung zu erfüllen, hat der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger eine neue Webseite erstellt, deren Inhalte sich sowohl an die Bürger als auch interessierte Ärzte und Jungmediziner richten. Zur Vorstellung der neuen Webseite und zur Information über den derzeitigen Stand des österreichweiten Roll-outs haben wir Vertreter der Medien zusammen mit Verbandsvorsitzendem Dr. Alexander Biach und NÖGKK-Generaldirektor Jan Pazourek zu einer Pressefahrt in das PVE Böheimkirchen eingeladen. 


Biach, Pazourek, Wowondra


Die SV-Webseite www.sv-primärversorgung.at ist Ende November 2018 online gegangen. Sie bietet Informationen für PatientInnen sowie für ÄrztInnen und JungmedizinerInnen rund um das Thema teambasierte Primärversorgung. Die Webseite ist auch eine Image-Werbung für die neue Primärversorgung, um ihre Vorteile für ÄrztInnen und PatientInnen aufzuzeigen. Sie bringt Fotos und Testimonials direkt aus Österreichs bestehenden PVE.

 

Hier können Informationen über das Konzept, rechtliche Themen und weitere Ansprechpersonen gefunden werden. Die Webseite erklärt die Unterschiede zwischen PV-Zentrum und PV-Netzwerk, das Aufgabengebiet einer PVE, die Honorierung und das verpflichtende Versorgungskonzept genauso wie den Beibehalt des eigenen Hausarztes, die längeren Öffnungszeiten und das erweiterte Service. Detailinformationen zu den bestehenden PVE mit tätigen ÄrztInnen, weitere Berufsgruppen, Webseiten-Link, etc. kann ebenfalls abgerufen werden.


Features der Webseite:

  • Grafiken
  • Video
  • Testimonials
  •  Frequently Asked Questions
  •  Österreichkarte mit Stand der Umsetzung
  • Kontaktdaten regionaler Experten

 

Mag. Pazourek erklärte während des Besuchs im PVE Böheimkirchen, dass Anfang 2019 zwei PVE in Schwechat und St. Pölten starten werden; weitere sind in Planung, darunter auch PV-Netzwerke, wo verschiedene Standorte strukturiert zusammenarbeiten. Dr. Biach unterstrich auch die Bedeutung solcher PVE als Maßnahme zur Attraktivierung der Allgemeinmedizin: Die PVE Weiz und PVE Haslach sind gute Beispiele wo vormals nicht-besetzbare Arztstellen (trotz mehrmaliger Ausschreibung) durch Gründung einer PVE wieder für Ärzte interessant wurden. Allgemein sei zu sagen, dass die bisherigen Pilotprojekte sehr gut laufen – es ist ein Mehrwert für die Versorgung der PatientInnen in der Region.

Die bestehenden Pilotprojekte haben gezeigt dass die Patienten und Patientinnen in PVE es schätzen, wie gewohnt ihren Hausarzt zu wählen und zusätzlich die Leistungen von unterschiedlichen Gesundheits- und Sozialberufe, die mit dem Hausarzt zusammenarbeiten, in Anspruch nehmen zu können. Und im Vertretungsfall gibt es trotzdem einen anderen Allgemeinmediziner, der Patienten und Krankengeschichte kennt. Die längeren Öffnungszeiten sind ebenfalls ein Plus.

Auch von Seiten der Ärztinnen und Ärzte, die in diesen PVE arbeiten, bekommt die Sozialversicherung sehr gutes Feedback. Sie schätzen die Zusammenarbeit mit anderen Kollegen und Kolleginnen im Team, das Zusammenspiel mit anderen Gesundheits- und Sozialberufen. So haben sie auch mehr Zeit für ihre Kernaufgaben. Darüber hinaus schätzen sie die verstärkte Work-Life-Balance.

Erste detaillierte Evaluierungen zeigen, dass die gewünschte Entlastung des ambulanten Bereichs (Ambulanzen und Facharztbereich) durch diese neue Versorgungsstruktur möglich wird.  

 

In vier Bundesländer gibt es bereits PVE-Piloten, weitere sind für 2019 in Vorbereitung in Österreich. In PVE arbeiten mehrere Hausärztinnen und Hausärzte mit anderen Gesundheits- und Sozialberufen eng zusammen, sei es in einem Zentrum oder in einem Ordinationsnetzwerk. Es wird dadurch eine umfassende, wohnortnahe Versorgung mit erweiterten Öffnungszeiten geboten. Das Leistungsspektrum der PVE  reicht von der Akutversorgung bis hin zur Versorgung chronisch Kranker, sowie von psychosozialer Betreuung bis zu gesundheitsfördernden Maßnahmen und Prävention. Dabei wird die Teamarbeit und eine gemeinsame Patientenbetreuung besonders groß geschrieben.