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Alles auf eine Karte: Atlanten im Gesundheitswesen


Für eine evidenzbasierte und adäquate Planung im Gesundheitswesen ist es notwendig, die Raum-Zeit-Struktur der Gesundheitsrisiken und Krankheitslast der Bevölkerung zu kennen. Auch Kenntnisse über die bestehende regionale Organisation von medizinischer Leistungserbringung sind essentiell. Mit verschiedenen Methoden aus Public Health, Statistik und Geographie werden gesundheitsrelevante Daten sowie die Verteilungen epidemiologischer Informationen kartographisch visualisiert. Neben einer rein deskriptiven Darstellung können zusätzlich neue Hypothesen formuliert und getestet werden.

 

Dr.in Klaudia Sandholzer vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger präsentierte gemeinsam mit DI Christoph Urach von Dexhelpp, ein K-Projekt zur Entwicklung und Umsetzung von Methoden zur Entscheidungsunterstützung im Österreichischen Gesundheitssystem, den gemeinsam entwickelten Epidemiologie-Atlas. Der öffentlich zugängliche Epidemiologie-Altas ermöglicht auf einfache und rasche Weise eine Darstellung und einen Vergleich von Ergebnissen epidemiologischer Untersuchungen anhand der Methode ATC-ICD geschätzter Prävalenzen. Die Inhalte der Präsentation widmeten sich der methodischen Implementation, der Funktionalität und der Funktionsweise des Atlasses. Die Funktionsweise des Epidemiologie-Atlasses wurde anhand des Beispiels Diabetes Mellitus veranschaulicht. Am Ende der Präsentation gingen Dr.in Klaudia Sandholzer und DI Christoph Urach noch auf Limitationen und mögliche Fallstricke bei der Verwendung ein.

 

DI Dr. Gerhard Fülöp und Vera Buhmann BA von der Gesundheit Österreich GmbH widmeten sich in ihrem Vortrag den Fragen der regionalen Häufigkeit und Organisation medizinischer Leistungserbringung. Neben der Erläuterung welche Rolle Atlanten im „Public Health Action Cycle“ einnehmen, präsentierte Vera Buhmann BA internationale Atlas-Modelle. Am Ende des Vortrags beleuchtete DI Dr. Gerhard Fülöp das öffentlich zugängliche Regionale Gesundheitsinformationssystem (REGIS) und die Funktionalitäten des Österreichischen Gesundheitsinformationssystems (ÖGIS), welches als maßgebliches Instrument der Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsplanung konzipiert ist, anhand des Beispiels akuter Myokardinfarkt. Beide Informationssysteme sind Angebote der Gesundheit Österreich GmbH.

 

Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Waldhör von der Abteilung für Epidemiologie Wien, Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien präsentierte einen Auszug seiner Arbeiten aus der räumlichen Epidemiologie. Zum einen präsentierte Univ.-Prof Mag. Dr. Thomas Waldhör gesundheitsthematische Inhalte, wie beispielsweise die räumliche Verteilung von Kindersterblichkeit, aber auch methodische Arbeiten mit Bezug auf die räumliche Statistik, wie beispielsweise Methoden zur besseren Interpretierbarkeit von Choroplethenkarten. Ein Hauptaugenmerk des Vortrags lag auf möglichen Fallgruben bei der Erstellung, Präsentation und Interpretation von Landkarten im Bereich der Epidemiologie.