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Zahnärztliches Symposion „Vom Kind zum Greis – Zahnheilkunde von 0 bis 100“



Der Autor: 

Mag. Christian Boukal (OÖGKK)


KURZFASSUNG


Die 7. wissenschaftliche Tagung der Zahngesundheitszentren der OÖGKK in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Oberösterreich (ÖGZMK OÖ) im Herbst 2017 beschäftigte sich mit täglichen Fragen in der Zahnarztpraxis, vernachlässigte aber auch selten behandelte Themen nicht. Unter dem Motto „Vom Kind zum Greis – Zahnheilkunde von 0 bis 100“ wurden Fragen zur Behandlung spezieller Altersgruppen beleuchtet. Über 90 Fachleute, die aus Österreich und aus Deutschland im Oktober 2017 in das kamen, zeigte das große Interesse, das der Veranstaltungsreihe entgegengebracht wird.

 

Die leitende Zahnärztin der OÖGKK, Prim. Katrin Pertold, eröffnete und moderierte das fachübergreifende Symposion. Bei der Dentalausstellung im Foyer konnten sich die Besucher heuer wieder über neueste technische Produkte für die Zahnarztpraxis informieren. In ihrer Begrüßung wies Dir. Karin Rumpelsberger darauf hin, dass die OÖGKK Wert darauf legt, dass ihre Zahnärzte nicht nur über die selbstverständliche fachliche Qualifikation verfügen. Darüber hinaus ist es wichtig, auch über das nötige menschliche Einfühlungsvermögen in mitunter schwierigen Behandlungssituationen zu verfügen. Vize-Bgm. Karin Hörzing erweiterte den Titel der Veranstaltung mit der Feststellung, dass die älteste Linzerin bereits ihren 109. Geburtstag gefeiert hat. Sie wies darauf hin, dass ein Gesundheitsziel der Stadt Linz bis zum Jahr 2020 darauf gerichtet ist, dass 80 Prozent der Sechsjährigen kariesfrei sind und Zwölfjährige im Durchschnitt höchstens 1,5 kariöse, extrahierte oder gefüllte Zähne aufweisen.

 

Anhand von einigen Beispielen wurde die Schere zwischen der zahnmedizinischen Behandlung und dem übrigen beruflichen Alltag dargelegt. Angesichts des erhöhten Aufwands für Dokumentation und Aufklärung sowie dem Umgang mit schwierigen Patienten stellt sich die Frage im Programm, ob der Beruf noch Spaß macht nicht zu Unrecht. Das führte zu einem Programm mit diesen relevanten Themen, für deren Diskussion wieder erfahrene Vortragende gewonnen werden konnten.

Von der Kinderbehandlung bis zu Notfällen in der Praxis

Mit Tipps und Tricks für die Behandlung wurde versucht, der oft herausfordernden Patientengruppe der Kinder gerecht zu werden. Nicht für alle Patienten ist der Zahnarztbesuch mit einer – im Regelfall wenig Angst einflößenden – Behandlung beim Hausarzt gleichzusetzen: Manchmal benötigt es daher das Wissen um Deeskalation in der Praxis. Im Anschluss daran wurde die Aufmerksamkeit auf die Geschichte der Zahnheilkunde gelenkt. Und schließlich wurde darauf hingewiesen, dass auch in der Zahnarzt-Ordination Notfallversorgungen nötig werden können und es daher gilt, vom Kollaps bis zur Reanimation auf alles gut vorbereitet zu sein.

Die Referenten

  • Dr. Eva Oppolzer, Zahnärztin in Wien und im Vorstand der Österr. Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, Mitarbeit im Kompetenzzentrum für MKG-Chirurgie und Jugendzahnheilkunde am Donauspital Wien.
  • OMR Dr. Walter Drobnitsch, Zahnarzt in Graz, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für ZMK und MKG.
  • Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz, Vorstand der Abteilung für Radio-Onkologie Ordensklinik Barmh. Schwestern Linz.
  • Prim. Katrin Pertold, Leitende Zahnärztin der OÖGKK.
  • Anneliese Schauer-Mühl, MA, DGKP, diplom. Erziehungswissenschaftlerin und freiberufliche Erwachsenenbildnerin.
  • MR Dr. Wilfried Wolkerstorfer, Zahnarzt in Linz, Kustos der Linzer Museums für Geschichte der Zahnheilkunde.
  • Dr. Simon W. Stöcklegger, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin in Linz.
  • Dr. Jürgen Zehetmayr, stv. ärztlicher Leiter des Zahngesundheitszentrums Linz der OÖGKK.

Die Inhalte – „Und, macht der Beruf noch Spaß?“

Diese Frage stellte der Einladungsfolder: Durchaus gerechtfertigt, wenn der stetige Umbruch der Zahnmedizin und sowohl die steigenden fachlichen Anforderungen als auch wachsende Erwartungen der Patienten in Betracht gezogen werden. Deshalb stellten renommierte Referenten vieler Fachbereiche aktuelle Herausforderungen dar und verrieten Tricks, um den Behandlungsalltag erfolgreich und zufriedenstellend zu bewältigen.

 

Er begann mit speziellen Methoden für die entspannte Behandlung der kleinsten Patienten. Danach wurden auf die gesetzliche Pflicht zur Patienten-Aufklärung und Dokumentation des Verlaufes eingegangen. Die Einhaltung dieser Bestimmungen hat Auswirkungen u.a. auf Gewährleistung und Schadenersatz. Manchmal muss eine Zahnbehandlung im Rahmen einer Tumorbehandlung erfolgen. Dass dabei Wissen um die Verträglichkeit und Voraussetzungen für zahnmedizinische Interventionen unabdingbar ist, beleuchtete ein Referat. Nicht alle Behandlungen in der Praxis laufen reibungslos ab: Tipps zur Deeskalation bei Problemen kamen von einer Erziehungswissenschafterin. Danach wurde ein Blick zurück in die Geschichte der Zahnheilkunde geworfen. Schließlich ging das Schlussreferat auf die Notwendigkeit ein, dass jedes Behandlungsteam auf mögliche Notfälle in der Ordination vorbereitet sein sollte.

Resümee

Die sehr lebendig gestalteten Referate zu einem breit gefächerten Themenbereich betrafen die tägliche Praxis aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dr. Eva Oppolzer konnte zum wiederholten Mal vermitteln, dass auch mit Kindern eine beruhigte und ruhige Arbeit möglich ist. Der Vortrag von Dr. Walter Drobnitsch über Dokumentation und Regressansprüchen beschäftigte den Referenten auch in der Pause vermittels fortgesetzter Gespräche. Univ. Prof. Dr. Hans Geinitz und Katrin Pertold schilderten anschaulich die auftretenden Probleme der in der niedergelassen Praxis eher selten vorkommenden Gruppe von Tumorpatienten. Anneliese Schauer-Mühl steuerte die Lösung neu auftretender Probleme mit immer selbstbewussteren und fordernderen Patienten bei, ein Problem, die die Vergangenheit in dieser Form nicht kannte. Das belegte anschaulich das Referat von Dr. Wilfried Wolkersdorfer.

 

Und schließlich sorgte der abschließende Vortrag von Dr. Jürgen Zehetmayr und Dr. Simon W. Stöcklegger über Notfälle in der Zahnarztpraxis dafür, dass das Ende der Veranstaltung wegen des großen Interesses erst mit größerer Verspätung zu Ende ging. Nicht zuletzt aus diesem Grund konnte auch das diesjährige Symposion als großer Erfolg von fast allen Beteiligten gewertet werden.