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Ist-Analyse der Leistungsdichte und Versorgungswirksamkeit medizinischer Leistungen im niedergelassenen Bereich in Österreich


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Zusammenfassung


Hintergrund

Ein Kernelement der 2013 beschlossenen Gesundheitsreform in Österreich stellt die Modernisierung des kompetenzrechtlich fragmentierten österreichischen Gesundheitssystems dar. Ziel ist es, dass die medizinische Behandlung von PatientInnen am „Best Point of Service“ stattfindet. Als Voraussetzung hierfür wurden für den ambulanten Bereich in Österreich erstmals Versorgungsaufträgen (VSA) definiert und für deren Umsetzung eine Ist-Analyse der aktuellen Versorgungssituation durchgeführt.

Datenbasis waren die im niedergelassenen Bereich in Österreich erbrachten medizinischen Leistungen im Bereich der Allgemeinmedizin (AM). Darauf aufbauend wurde ein Modell zur Erhebung der Leistungsdichte und Versorgungswirksamkeit in Hinblick auf die VSA erstellt.

Grundlage für diese deskriptive, quantitative Ist-Analyse aus Routinedaten bilden die Abrechnungsdaten der sozialen Krankenversicherungsträger des Kalenderjahres 2014, die im bundesweit einheitlichen „Katalog ambulanter Leistungen“ (KAL) zusammengefasst werden. Die Datenauswertung erfolgte im November 2016 „zielbezogen“, d.h. hinsichtlich des Standorts der LeistungserbringerInnen.


Ergebnisse

In den Abrechnungsdaten der österreichischen Krankenversicherungsträger des Jahres 2014 finden sich insgesamt 464 verschiedene KAL-Codes. Über alle abrechnenden Fachgruppen hinweg wurden im Jahr 2014 rund 316.879.844 Leistungen abgerechnet. Dabei zeigt sich, dass der KAL-Code „Kontakt in der Ordination während der Öffnungszeit“ mit rund 75,5 Millionen am häufigsten abgerechnet wurde.

Bei näherer Betrachtung der Fachgruppe AM zeigt sich, dass von dieser Fachgruppe insgesamt 247 verschiedene KAL-Codes abgerechnet wurden. Die Leistung „Kontakt in der Ordination während der Öffnungszeit“ dominiert auch in der AM. Bei rund der Hälfte aller Leistungspositionen aus den Top 20 im Bereich der AM handelt es sich um Laborpositionen.

Die vorliegenden Daten zeigen strukturelle Unterschiede in der Versorgungslandschaft auf.