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Rauchverbot unter 18 Jahren - ein sinnvoller und wirksamer erster Schritt


Dr. Florian Stigler Der Autor:

Dr. Florian Stigler

ist Allgemeinmediziner im Ambulatorium der StGKK (Vorsorgeuntersuchungen) und als Gesundheitswissenschaftler am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung an der Med. Univ. Graz sowie an der London School of Hygiene & Tropical Medicine tätig.


KURZFASSUNG


In keinem anderen europäischen Land gibt es so viele jugendliche Raucher wie in Österreich. Vermutlich auch deshalb ist der Vorschlag, das Rauchverbot von 16 auf 18 Jahre anzuheben, von vielen Seiten sehr positiv aufgenommen worden. Dennoch gibt es auch Zweifel, ob diese Maßnahme überhaupt wirkungsvoll wäre. Dabei lohnt sich ein Blick über unsere Grenzen hinaus, denn Österreich ist eines der letzten Länder, das sich zu diesem Schritt entschlossen hat.

 

War die Anhebung des Mindestalters in anderen Ländern erfolgreich?

England, Oktober 2007: Das gesetzliche Mindestalter wurde von 16 auf 18 Jahre angehoben und der Raucheranteil der 16- und 17-Jährigen hat sich danach um 30 Prozent reduziert. Sogar unter 11- bis15-Jährigen, die von dem neuen Gesetz nicht direkt betroffen waren, griffen 33 Prozent weniger zu Zigaretten. Der Raucheranteil der übrigen Bevölkerung hat sich im gleichen Zeitraum kaum verändert.

Schweden, Jänner 1997: Nach der Einführung eines Verkaufsverbots an unter 18-Jährige tat sich zuerst nicht viel. Erst nach neun Jahren zeigte sich in ländlichen Regionen bei 15- und 16-Jährigen ein um 35 Prozent verminderter Raucheranteil. Die zeitliche Verzögerung und die geringen Erfolge in der Stadt ließen sich vor allem auf die zahnlose Umsetzung zurückführen. Selbst im Jahr 2005 konnten noch 48 Prozent minderjähriger „Testkäufer“ mühelos Zigaretten kaufen.

USA, April 2005: Needham, Massachusetts, wurde zur ersten amerikanischen Stadt, in der das gesetzliche Mindestalter auf 21 Jahre angehoben wurde. Daraufhin reduzierte sich der Raucheranteil unter 14- bis 18-Jährigen Schülern um 46 Prozent, während er in 16 angrenzenden Gemeinden im gleichen Zeitraum nur um 20 Prozent zurückging.

Es lässt sich nicht mit letzter Sicherheit voraussagen, ob solche Erfolge auch in Österreich auftreten werden, aber internationale Erfahrungen sind vielversprechend. Es bleibt zu hoffen, dass sich unsere Landespolitiker zu einer Reform entschließen können und noch weitere sinnvolle Maßnahmen folgen werden.