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Versorgungsstrukturen in Österreich im Hinblick auf Ärzte, Apotheken und Krankenanstalten


Ao. Univ.-Prof. DDr. Gerhard Reichmann Die Autoren:

Ao. Univ.-Prof. DDr. Gerhard Reichmann

lehrt und forscht am Institut für Informationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Graz.


Ao. Univ.-Prof. Dr. Margit Sommersguter-Reichmann Ao. Univ.-Prof. Dr. Margit Sommersguter-Reichmann

lehrt und forscht am Institut für Finanzwirtschaft der Universität Graz.


KURZFASSUNG

Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, ob es in Österreich im Hinblick auf die vier Versorgungszonen sowie 32 Versorgungsregionen eine ausgewogene Versorgung mit Krankenanstaltenbetten, Ärzten und Apotheken gibt.


Insgesamt lässt sich sagen, dass das österreichische Gesundheitswesen der Funktion der homogen Ressourcengenerierung in den vier VZ bzw. den 32 VR in zentralen Bereichen, wie etwa der Versorgung mit Allgemeinmedizinern mit Kassenvertrag, gerecht wird. Im Hinblick auf speziellere Leistungen, wie etwa die Versorgung mit Fachärzten, gibt es sehr wohl Unterschiede. So siedeln sich Fachärzte bevorzugt in Ballungsräumen an, die in der Regel über bessere Verkehrsanbindungen und größere Einzugsgebiete verfügen als Randzonen. Während es im Hinblick auf Fachärzte mit Kassenvertrag noch möglich sein kann, über die Vertragsvergabe Einfluss auf deren Niederlassungsort zu nehmen, sind Fachärzte ohne Kassenvertrag diesbezüglich völlig frei und werden sich vermutlich stark an wirtschaftlichen Gegebenheiten orientieren. Völlig außer Acht blieb im Rahmen der gegenständlichen Untersuchung die Art der Fachrichtung. Diesbezüglich könnte im Zuge von Folgeuntersuchungen geklärt werden, ob und inwieweit sich Fachärzte unterschiedlicher Fachrichtungen ausgewogen auf die einzelnen VZ bzw. VR verteilen.

 

Bezüglich der landesfondsfinanzierten Krankenanstalten lässt sich sagen, dass es eine ausgewogene Verteilung der Betten auf die vier VZ gibt. Auf Ebene der VR gilt dies in abgeschwächter Form. Vergleichbar hohe Bettendichten in VR mit Ballungszentren und VR in Randlagen und eher geringe Bettendichten in manchen ländlichen VR, die aber unmittelbar an VR mit Ballungszentren grenzen, sind Indizien für eine bundesweit gut koordinierte Versorgung mit KA-Betten. Die Ebene der VR dürfte für eine Analyse der Ausgewogenheit im Hinblick auf die Versorgung mit KA-Betten schon zu kleinräumig sein.

 

Hinsichtlich der Apotheken ist festzuhalten, dass die Versorgung mit öffentlichen Apotheken auf Ebene der VR nicht ganz ausgewogen erscheint. Vorhandene Versorgungsdefizite werden jedoch durch Hausapotheken ausgeglichen.