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Editorial Juni 2016


Dr. Wilhelm Donner HVB 120x160px Der Autor:
Dr. Wilhelm Donner
 
ist Chefredakteur der Sozialen Sicherheit im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.


EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser!


Die Juni-Ausgabe der Sozialen Sicherheit enthält Kurzberichte über den in Graz begangenen Weltnichtrauchertag, über betriebliche Gesundheitsförderung und jüngste personelle Änderungen in der Sozialversicherung.

Mag. Ulrike Rabmer-Koller wurde im Dezember 2015 zur Verbandsvorsitzenden des Hauptverbandes bestellt. Seither ist ein halbes Jahr vergangen und die Redaktion der Sozialen Sicherheit nahm dies zum Anlass, mit Rabmer-Koller ein Interview zu den aktuellen Themen der österr. Sozialversicherung zu führen. Primärversorgung, Konsolidierung, Effizienzsteigerung und Reformbedarf, Reparaturmedizin sowie Selbstbehalte waren die Stichworte in diesem Gespräch.

Den Hauptbeitrag unter den Fachartikeln bestreitet Dr. Josef Probst, Generaldirektor des Hauptverbandes, indem er der Redaktion die überarbeitete Fassung seines Vortrages bei den Deutsch-Österr. Sozialrechtsgesprächen in Passau zur Verfügung stellte. Unter dem Titel „Dürfen lebenswichtige Medikamente so teuer sein?“ wird das System der Preisbildung in der pharmazeutischen Industrie beschrieben. Ausgehend von der kostentreibenden Rolle der Medikamente im Gesundheitssystem und jener der Sozialversicherung als zentrale Einkäuferin verweist der Artikel auf ausgeübte Praxen der Preisgestaltung sowie Gewinnmaximierungsstrategien bei Produzenten. Es wird auch auf die Forschungsfinanzierung durch öffentliche Gelder und Stiftungen sowie abschließend auf grundsätzliche Fragen der Ethik bzw. der öffentlichen Moral eingegangen. Konkreter: Wie werden gerechte Preise unter der normativen Prämisse von Tausch-, Markt- und Verteilungsgerechtigkeit erzielt.

Prof. Dr. Andreas Reichmann und Prof. Dr. Margit Sommersguter-Reichmann (Univ. Graz) haben in ihrem Beitrag die österr. Versorgungsstrukturen im Blick und sie befassen sich im Besonderen mit den Ärzten, Apotheken und den Betten in den Krankenanstalten. Im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) wird eine regionale Gliederung des Bundesgebietes auf vier Ebenen vorgenommen und mit 32 Versorgungsregionen gibt es zwei speziell für den Gesundheitsbereich eingerichtete Versorgungsebenen. Das Urteil der beiden Autoren fällt dabei dahingehend aus, als dass die Gesundheitsversorgung recht ausgewogen in Österreich erscheint, lediglich bei den Apotheken wird Verbesserungsbedarf geortet.

Die Redaktion der Sozialen Sicherheit wünscht allen Leserinnen sowie Lesern einen schönen und erholsamen Sommer!


Dr. Wilhelm Donner